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Ratgeber

Strompreise steigen: Das müssen Landwirte zum Anbieterwechsel wissen

Hochspannungsleitung über Feldern bei schlechtem Wetter
am Freitag, 05.11.2021 - 12:50 (Jetzt kommentieren)

Zuletzt sind steigende Preise in aller Munde. Über die Maße sind jedoch Landwirte und Verbraucher betroffen, die kürzlich eine Vertragskündigung oder deutliche Preiserhöhung von ihren Stromanbietern vorgelegt bekommen haben. Die positive Nachricht: Sie können etwas tun.

Zu akuten Preiserhöhungen kam es zuletzt bei kleineren Stromanbietern, die bisher in der Vergangenheit günstigere Preise als Konkurrenten oder die Grundversorgung anboten, nun aber mit einer deutlichen Preissteigerung oder sogar Kündigung von Verträgen auf ihre Endverbraucher zugekommen sind. Ein solches Vorgehen von Stromanbietern verlangt aber die Einhaltung gewisser Standards, die betroffene jetzt prüfen sollten.

Wie Betroffene ihre Rechte checken und wahrnehmen können

Es empfiehlt sich, mit seinem Stromversorger in Kontakt zu treten und bei Nicht-Entgegenkommen des Unternehmens von seinem Sonderkündigungsrecht, das bei Preiserhöhungen gegeben ist, Gebrauch zu machen. Vor Kündigung, wofür Verbraucher nach Angaben von Verivox zwei Wochen nach Erhalt der Ankündigung Zeit haben, lohnen sich jedoch weitere Schritte:

Die Formsache sei dem Gesetzgeber nach auch bei dem schriftlichen in Kontakt treten mit Kunden zu waren. Dabei müsse bereits im Betreff und im Schreiben selbst deutlich werden, worum es bei der Mitteilung geht, und es muss auf das Sonderkündigungsrecht hingewiesen werden. Vier Wochen vor der Preiserhöhung muss das Schreiben bereits vorliegen. Ist all dies nicht der Fall, sei eine Preiserhöhung nicht rechtens. Im Energiewirtschaftsgesetz EnWG  können Sie sich ausführlich über Energielieferverträge und ihre geregelte Form informieren.

Weiterhin lohnt es sich, die AGBs des eigenen Stromanbieters im Internet aufzurufen, um individuelle Regelungen einzusehen, und persönlich nachzufragen, welche Neuerungen hinzukommen. Es ist fraglich, ob bei Vertragsabschluss erhaltene Boni, die an bestimmte Vertragslaufzeiten gebunden sind, bei vorzeitiger Kündigung verfallen könnten. Die Verbraucherzentrale hält dadurch entstehende Nachzahlungen von Seiten des Kunden über vorher gesparte Rabatte jedoch für unwirksam.

Gegen eine Kündigung, die Verbrauchern von Seiten des Stromanbieters ausgestellt wurde, und die sich nicht an die vertraglich ausgemachten Kündigungsfristen, beziehungsweise Vertragslaufzeiten hält, könne rechtlich vorgegangen werden. Die Tagesschau der ARD berichtet, man könne darüber hinaus: „mögliche Schadensersatzansprüche prüfen und geltend machen. Wer beispielsweise noch lange Restlaufzeiten im Vertrag habe, könne die Mehrkosten gegenüber dem alten Tarif vom ehemaligen Anbieter zurückfordern, sofern sich dessen Belieferungsstopp als unrechtmäßig erweise.“

Vorlagen zur Kündigung können Sie auf Vergleichsportalen wie Check24 herunterladen, die Angabe des Kündigungsgrundes sowie eine fristgerechte Einreichung sollten im Kündigungsfall gegeben sein.

Wenn nichts mehr hilft: Kosten sparen, trotz teurem Vertrag

Natürlich lassen sich, sollten Betroffene in die Grundversorgung rutschen oder wechseln wollen, auch anderweitig kosten sparen – durch Sparsamkeit im Verbrauch. Mit kleinen beispielhaften Handgriffen lassen sich Kosten minimieren, das gilt auch für Verbraucher mit immer noch preiswerten Verträgen:

  • Schalten Sie elektrische Geräte vollständig aus
  • Kippschalter an Mehrfachsteckdosen vermeiden aufwändiges Steckerziehen
  • Vermeiden Sie Wärmeverluste durch Zugluft und offene Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen
  • Schalten Sie Licht nur ein, wenn Sie es brauchen und verwenden Sie sparsame Lampen
  • Benutzen Sie energieeffiziente Geräte
  • Lesen Sie weitere Energiespartipps bei Stromanbietern oder Vergleichsportalen
Mit Material von Verivox, Check24 und tagesschau

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