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Ratgeber

Stromvermarktung: So flexibilisieren Sie Ihre Biogasanlage

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Nicolette Emmerich, agrarheute
am
20.09.2018

Für Betreiber, die für Ihre Biogasanlage die Zukunft im Strommarkt sehen, gelten folgende Empfehlungen.

1. Konsequent flexibilisieren

Flexibilisieren Sie möglichst konsequent, bauen Sie das im Rahmen Ihrer Möglichkeiten und der Flexpramie größte BHKW. Berücksichtigen Sie, dass sich viele Hürden überwinden lassen. BImSchG-Genehmigung, Netzanschluss, Störfallverordnung, Platzprobleme und Wärmenutzung sind Hindernisse, aber kein Grund, auf Ihre Chancen zu verzichten.

2. Kompetenten Planer suchen

Suchen Sie sich einen kompetenten Planer, der Sie berät, beim Projekt begleitet und Ihnen den Rücken freihält.

3. Länger laufende Verträge zur Stromvermarktung kündigen

Kündigen Sie vorsorglich länger laufende Verträge zur Stromvermarktung. Lassen Sie sich von Stromhändlern Angebote machen. Suchen Sie einen aktiven Vermarkter, der nicht nur Regelleistung anbietet, sondern für Ihre Anlage auch einen täglich optimierten Fahrplan erstellen kann, dabei Rücksicht auf Ihre Motoren nimmt, Ihren aktuellen Biogasspeicherstand ausliest und den Wärmebedarf des Folgetages einrechnet.

4. Anlage überholen

Nutzen Sie das Projekt zur Überholung Ihrer Anlage, beseitigen Sie genehmigungsrechtliche und technische Schwachstellen. Bereiten Sie sich auch auf die kommenden Gesetzesverschärfungen vor, soweit diese absehbar sind wie die neue DüMV, AwSV, TA Luft.

5. Größere Wärme- und Gasspeicher zulegen

Setzen Sie das von der Flexprämie übrige Finanzierungsvolumen für große Wärme- und Gasspeicher ein. Schon mit einem Atemvolumen für 10 bis 14 Stunden BHKW-Ruhe ist flexibler Anlagenbetrieb möglich.

6. Wichtige Vereinbarung im Vertrag festhalten

Vereinbaren Sie im Vertrag für die Direktvermarktung (abhängig von Speichergröße, Motorenausstattung und den Fahrplanrestriktionen)

  • maximale Starthäufigkeit/Tag (möglichst nicht mehr als 2-mal im Mittel),
  • minimale Teillast (möglichst nichtunter 80 %),
  • minimale Motorlaufzeit (möglichst nicht unter 2 Stunden),
  • maximale Heißpause (30 Minuten).

7. Wärme Nutzung maximieren

  • Initiieren und/oder fördern Sie eine WärmenetzGenossenschaft bzw. schalten Sie einen Planer, Projektentwickler oder Energieversorger ein, der ein Wärmenetz baut und Ihnen die Wärme langfristig abkauft.
  • Nutzen Sie das Fütterungsmanagement, um die Biogaserzeugung saisonal an den Wärmebedarf anzupassen. Prüfen Sie, ob Sie mit passenden Substraten und gesteuerter Biologie bei kaltem Wetter auch zeitweilig deutlich mehr Biogas erzeugen und damit mehr Wärme liefern können. Installieren Sie ggf. eine Hydrolysestufe („TurboMaische“).
  • Prüfen Sie, ob Sie mit der neuen Kombination 2 BHKW + großer Wärmespeicher eine ausreichende Sicherheit haben, um eine Vollversorgung (zu höherem Preis) anzubieten.

Weitere Empfehlungen zur "Flexibilisierung von Biogasanlagen finden Sie hier.

Mit Material von FNR

Schritt für Schritt zur Mega-Biogasanlage

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