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Biogas

Studie: Biomethan kann russisches Gas ersetzen

von , am
05.08.2014

Freising - Eine Studie des Iwes-Instituts belegt, dass Biomethan russisches Gas ersetzen kann. Demnach wären die Importe, die 2013 einen Anteil von rund 40 % ausmachten, ab 2030 überflüssig.

Die Aufbereitung von Biogas zu Biomethan und die Einspeisung ins Erdgasnetz ist Stand der Technik, steht für den Fachverband Biogas fest. © Mühlhausen/landpixel
Wie der Fachverband Biogas berichtet, könnte Deutschland in 16 Jahren unabhängig von russischen Gasimporten sein. Eine tragende Rolle für den beschleunigten Erdgas-Ausstiegs komme dabei dem Biomethan zu. Die Aussage basiert auf dem Ergebnis einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes) in Kassel.
 
Die Kurzstudie "Erdgassubstitution durch eine forcierte Energiewende", im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90 /Die Grünen, erläutert, ob und wie der Erdgasverbrauch nachhaltig gesenkt werden kann.  Das diene zum einen dem Ziel, die Emissionen schädlicher Treibhausgase zu vermeiden und die Importabhängigkeiten zu senken. Die Studie wurde zwar bereits im Juni veröffentlicht, doch finde laut Biogasfachverband jetzt die ihr gebührende Beachtung, "wo Moskau mit den Säbeln rasselt und höhere Energiepreise ankündigt".

900 Terawattstunden Erdgas

Deutschland hat laut Studie im Jahr 2013 rund 900 Terawattstunden (TWh) Erdgas verbraucht, 814 TWh davon importiert, was einem Anteil von 86 Prozent entspricht. Von diesen 814 TWh stammten 315 TWh oder 38,7 Prozent - und damit der allergrößte Teil der Gasimporte - aus Russland.
Damit Deutschland aus seiner Abhängigkeit von russischem Gas befreien kann, ist nach den Erkenntnissen der vier beteiligten Autoren der Studie eine effizientere Energiewende und eine bessere Ausgestaltung des Anreizsystems beziehungsweise des Förderrahmens notwendig.
 
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Erdgasimporte im Jahr 2030 in Höhe der russischen Importe eingespart werden können durch:
  • einen raschen Ausbau der Erneuerbaren Energien
  • deutliche Anreize für Energieeffizienz 
  • die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen im Gebäudebereich
  • Anreize für eine alternative Wärmebereitstellung durch neue Wärmekonzepte und Technologien
  • durch weniger Einsatz von Erdgas
  • neue Technologien und Ressourcen wie Wärmepumpen, Power-to-Heat, Power-to-gas und Biomethan
Zudem fordern die Autoren "eine Versachlichung und Objektivierung der öffentlich geführten Diskussion", sowohl in der Kostendebatte als auch bei der Frage der Nährstoffbelastung und beim Energiepflanzenanbau, berichtet der Fachverband.

Einspeisung ins Erdgasnetz ist Stand der Technik

Der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Dr. Claudius da Costa Gomez, erklärt, mit dem am 1. August in Kraft getretenen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2014 sei der Ausbau der Biogasnutzung in Deutschland faktisch eingestellt. Er betonte, die Aufbereitung von Biogas zu Biomethan und die Einspeisung ins Erdgasnetz sei Stand der Technik und gehe mit einer Vielzahl von Energiepflanzen, nicht nur mit Mais.
 
"Angesichts der aktuellen politischen Entwicklung sollte die Bundesregierung statt endlichen und unsicheren russischen Erdgases lieber heimisches, umweltfreundliches Biomethan bestellen", fordert da Costa Gomez.  
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