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Wind

Studie: Deutliche Zunahme der EU-Windkraft bis 2020

von , am
09.08.2011

Brüssel - Nach Ergebnissen der neuen EWEA-Studie wird sich in der EU mit dem fortgesetzten Ausbau von Windrädern auf dem Festland und im Meer die Windkraft bis 2020 mehr als verdreifachen lassen.

Der Bundesrat findet den Gesetzentwurf zu Mindestabständen von Windrädern zu Baugebieten 'überflüssig und kontraproduktiv'. © Mühlhausen/landpixel
Davon geht zumindest der Europäische Windenergieverband (EWEA) aus. In seinem neuesten Bericht erklärte der EWEA, in zehn Jahren werde dieWindkraft 581.000 GWh Energie produzieren und damit knapp 16 Prozent des Energiebedarfs in der EU decken. Damit könnten rein rechnerisch alle Haushalte in Frankreich, Deutschland, Polen, Spanien und Großbritannien versorgt werden. Allerdings seien dann Investitionen in Höhe von 194 Milliarden Euro in den Neubau von Windkraftanlagen notwendig.
 
Die Windkraft helfe nicht nur der europäischen Verpflichtung, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, unterstrich EWEA-Manager Justin Wilkes. Sie treibe vielmehr auch die Abkehr von teuren fossilen Brennstoffen voran, schaffe Arbeitsplätze und mache Europa wettbewerbsfähiger. Außerdem sei mit Hilfe der Windenergie eine sichere und erneuerbare Stromerzeugung in Europa möglich. Wilkes betonte, der Ausbau werde vor allem von dem starken EU-Rechtsrahmen bis 2020 getragen. Für die Zeit danach sei dann ein ebenso klarer Fahrplan auf europäischer Ebene notwendig.

Derzeit 50 Millionen EU-Haushalte mit Windenergie versorgt

Derzeit steuert die Windenergie nach EWEA-Angaben mit 182.000 GWh erst 5,3 Prozent zum EU-Energiebedarf bei. Damit können umgerechnet 50 Millionen EU-Haushalte versorgt werden. Die Ausbauraten in den einzelnen Mitgliedstaaten unterschieden sich deutlich voneinander, berichtet der EWEA und bezieht sich damit auf die einzelnen nationalen Strategien. Irland will beispielsweise seine Windenergie bis 2020 vervierfachen und dann mehr als die Hälfte des Energiebedarfs daraus decken. Auch Dänemark plant mit einem Anteil von 38 Prozent in zehn Jahren einen großen Teil der benötigten Energie mit Windkraft zu gewinnen. Dafür müssen die Dänen ihre aktuelle Produktion um das Anderthalbfache steigern.
 
Deutschland, Großbritannien, Griechenland, die Niederlande, Litauen und Bulgarien wollen etwa ein Fünftel der Energieerzeugung durch Wind erreichen. Mit Anteilen von vier bis fünf Prozent sind die Ausbauziele in Finnland, Tschechien, Ungarn, Lettland und der Slowakei eher klein. Im Vergleich zum aktuellen Zustand bedeutet dies aber auch hier eine deutliche Steigerung. Die EWEA ist überzeugt, dass die Europäische Union bis 2030 etwa 1,5 Millionen GWh Windenergie produzieren und damit 28 Prozent des Energiebedarfs decken wird. Unter Beibehaltung der derzeitigen Trends könnte bis 2050 sogar die Hälfte der gesamten europäischen Energieversorgung mit Windkraft geleistet werden.
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