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Biomasse

Studie: Energiepflanzen-Kulturen an Klimawandel anpassen

von , am
16.01.2012

Bremen - Das Kulturspektrum der Energiepflanzen wird sich künftig - bedingt durch den Klimawandel - ändern müssen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Hannover.

Mais für die Energiegewinnung braucht andere Eigenschaften als für die Tierfütterung. © Mühlhausen/landpixel
Der Klimawandel beeinflusst den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Hannover, die auf der Jahrestagung des Fachverbandes Biogas (FvB) vorgestellt wurde. Demnach könnten bis zum Jahr 2100 vor allem Sommergetreidearten, Zwischenfrüchte und Untersaaten insbesondere auf leichten Böden an Bedeutung verlieren, da weniger Sommerniederschläge und stärkere Hitzeperioden erwartet werden.

Mehr Bewässerung nötig

Um die Erträge zu sichern, müsse zunehmend bewässert werden, betonte Autorin Dr. Christine von Butlar. Auf gut wasserspeichernden Böden könne der Klimawandel hingegen ertragssteigernd wirken. Aufgrund eines früheren Vegetationsbeginns und einer insgesamt längeren Vegetationszeit verändere sich der Pflanzenbau weiterhin. Steigende CO2-Gehalte in der Atmosphäre könnten sich zudem positiv auf das Pflanzenwachstum auswirken. Insbesondere C4-Pflanzen wie Mais und Sorghum profitierten vom Temperaturanstieg und der Vegetationsdauer. Bei den C3-Getreidearten würden höchstwahrscheinlich die Sommerungen durch Winterungen wie Weizen, Roggen und Triticale, aber auch durch Mais ersetzt.
 
Kultur- und Sortenwahl anpassen
 
Die tief wurzelnde Zuckerrübe wird nach Einschätzung von Butlars ertragsstark im Anbau bleiben. Dauerkulturen mit geringeren Ansprüchen an den Wasserhaushalt wie Kurzumtriebsplantagen für die Energieholzbereitstellung oder Durchwachsene Silphie für die Biogaserzeugung würden wichtiger. Das Anbauspektrum könnte sich um wärmeliebende Kulturen wie Sorghum bicolor, Sudangräser, Soja, Hartweizen oder Topinambur erweitern. Anpassungsmöglichkeiten im Anbau sieht von Butlar bei der Kulturarten- und Sortenwahl, der Fruchtfolgegestaltung, der Art der Bodenbearbeitung sowie der Bewässerung. Regionale Unterschiede im Biomasseanbau und in der Biogasgewinnung sollten sich durch die prognostizierte Klimaänderung verstärken. Außerdem verändere sich die Humusreproduktion, nehme die Erosion zu und stiegen die Nitratausträge. Klassische Optimierungsmaßnahmen wie Zwischenfruchtanbau und Untersaaten seien bei Wassermangel nicht mehr überall möglich, daher müssten neue Lösungsansätze entwickelt werden.
 
Technischer Fortschritt wirkt ausgleichend
 
Durch den zu erwartenden Fortschritt in der Technik von Biogasanlagen könnten ertrags- und anbaubedingte Verschlechterungen der Treibhausgasmündungsbilanz kompensiert werden. Während den meisten langfristigen Entwicklungen durch langfristige Züchtung und weitere Investitionen entgegengewirkt werden kann, sieht von Butlar jedoch kaum Handlungsspielraum, um steigenden Wetterextremereignissen zu begegnen.

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