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Biogas

Studie: 'Flexible Biogasanlagen ersetzen Kohlekraftwerke'

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von , am
05.05.2014

Freising/Kassel - Ein Viertel der konventionellen Kraftwerksleistung könnte durch flexible Biogasanalgen ersetzt werden. Außerdem sparen diese Kosten. Dies besagt eine Kurzstudie des Fraunhofer-Instituts.

Laut einer Studie könnten Biogasanalgen ein Viertel der konventionellen Kraftwerksleistung ersetzen. © Mühlhausen/landpixel
Biogas kann einen erheblichen Beitrag zum Ausgleich der Residuallastschwankungen leisten und ein Viertel der Strommenge aus konventionellen Kraftwerken ersetzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Kurzstudie des Fraunhofer Institut Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES). Die Ergebisse der Kurzuntersuchung mit dem Titel "Effekte des Ausgleichs von Stromdefiziten durch Biogasanlagen" wurden letzte Woche veröffentlicht, meldet der Fachverband Biogas.

Jederzeit Gas aus Biogasanlagen für Strom und Wärme

Mit der zunehmenden Einspeisung regenerativen Stroms aus Wind- und Solaranlagen wachsen die Schwankungen der Residuallast auf 50 bis 80 Millionen Megawattstunden (MWh) im Jahr. Rund 50 Millionen MWh, so das Ergebnis der Studie, könnten flexible Biomasse- und Biogasanlagen bereitstellen. Die Residuallast ("Restlast") ist laut Fachverband die Differenz zwischen der eingespeisten Strommenge aus fluktuierenden Erneuerbaren Energien und der nachgefragten Strommenge.
 
Durch die erfolgreiche Einführung der Direktvermarktung im EEG 2012 stünden bereits jetzt 800 Megawatt (MW) von insgesamt 3.400 MW installierter elektrischer Leistung zur Bereitstellung von Sekundärregelleistung und Minutenreserve aus Biogas zur Verfügung.  
 
Laut IWES-Studie könnten die bestehenden Biomasseanlagen bei entsprechendem Überbau 27.000 MW bereitstellen und so mehr als ein Drittel des Bedarfs von 80.000 MW zur Deckung der Residuallastschwankungen beitragen. Damit ließe sich die bisher dafür aus konventionellen Kraftwerken bereitgestellte Strommenge um knapp ein Viertel reduzieren.
 
"Das in den Biogasanlagen gebildete Gas kann problemlos gespeichert und je nach Bedarf und Nachfrage in Strom und Wärme umgewandelt werden", erklärt der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas e.V., Dr. Claudius da Costa Gomez.

Studie bescheinigt großes Potenzial

Auch in Bezug auf Blindleistungsbereitstellung, Schwarzstartfähigkeit oder Laständerungsgeschwindigkeit bescheinigt die Studie den Biogasanlagen ein großes Potenzial. Die beteiligten Wissenschaftler kommen zu dem Resultat, dass "eine flexible, bedarfsorientierte Biogasverstromung positive Effekte auf die Stromverteilung, den Strommarkt sowie die Reduzierung des fossilen Kraftwerksparks hat und darüber hinaus zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit beiträgt".

Flexibler Betrieb spart Kosten

Die IWES-Wissenschaftler führten zudem eine Kostenanalyse durch und zeigten auf, dass der flexible Betrieb von Biogasanlagen zu einer Einsparungen bei den Betriebskosten im konventionellen Kraftwerkspark führe. Im Jahr 2015 könnten so bei rund 5,5 Euro pro einer Megawattstunde (MWh) flexibel produzierte Strommenge aus Biogas im konventionellen Kraftwerkspark eingespart werden. Stiegen die Strommengen aus Biogas, erhöhten sich die Einsparungen weiter auf 21,5 Euro je MWh.
 
Der Fachverband Biogas begrüßte die Untersuchungsergebnisse und forderte ein klares Bekenntnis zur Energiewende mit Biogas.

DBV-Faktencheck: Zukunft der Bioenergie

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