Login
Wind

Studie: Offshore-Kosten höher als prognostiziert

von , am
25.12.2012

Berlin - Die Verzögerungen beim Bau von könnten teuerer werden. Eine Studie schätzt eine Höhere Belastung der Verbraucher als die Bundesregierung.

Ab 2022 soll der Windstrom aus Schleswig-Holstein über eine 800 Kilometer lange Trasse nach Bayern fließen. © Yauhen Suslo/Fotolia
Je nach Szenario seien 2,2 beziehungsweise 2,7 Milliarden Euro Entschädigung für die Betreiber von Offshore-Windparks bis 2015 zu erwarten, heißt es in der Studie im Auftrag der Grünen im Bundestag.
 
Im Gesetz, das kürzlich auch vom Bundesrat verabschiedet worden war, sei dagegen von eine Milliarde Euro die Rede. Das Bundeswirtschaftsministerium sprach von Panikmache.

Regierung verweist auf Haftungsregelungen

Die schwarz-gelbe Regierung habe mit dem nun verabschiedeten Energiewirtschaftsgesetz Planungssicherheit für die Netzbetreiber von Offshore-Anlagen (Windkraftanlagen im Meer) geschaffen, teilte ein Ministeriumssprecher in Berlin mit. Die Auftrags-Arbeit der Grünen lasse weitgehend außer Acht, dass die Haftungsregelungen mit der Einführung einer Offshore-Netzplanung verknüpft worden seien. "Diese gewährleistet, dass künftig der Bau von Windparks und Netzen Hand in Hand geht. Die Offshore-Kosten für die Stromverbraucher sind auf 0,25 Cent je Kilowattstunde begrenzt." Dabei bleibe es.

Probleme beim Anschluss

Der Grünen-Abgeordnete Oliver Krischer, der das Gutachten in Auftrag gegeben hatte, sagte: "Schwarz-Gelb hat den Stromkunden keinen reinen Wein eingeschenkt." Statt die Kosten auf die Verbraucher abzuwälzen, müsse der Bund die finanzielle Verantwortung übernehmen, denn er verantworte das Desaster. Der Netzbetreiber Tennet hat erhebliche Probleme bei den Anschlüssen der Windparks in der Nordsee. Tennet ist nach eigenen Angaben für den Anschluss von zehn Offshore-Projekten mit einer Kapazität von 5500 Megawatt und Kosten von rund sechs Milliarden Euro zuständig.
Auch interessant