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Studie: Photovoltaik fährt dreimal soviel Gewinn ein wie Wind

© VRD/fotolia
von , am
29.07.2014

Karlsruhe - Photovoltaikanlagen erwirtschaften laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts in Deutschland deutlich höhere Gewinne als Windkraftanlagen. Und dass, obwohl sie weniger Strom erzeugen.

Für Freiflächenanlagen gibt es keine festen Fördersätze mehr. © Mühlhausen/landpixel
In einer aktuellen Studie setzt sich das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, ISI, mit der Frage auseinander, welche Einnahmen und Gewinne sich mit Photovoltaik- und Windkraftanlagen in Deutschland erzielen lassen. Nach seinen aktuellen Angaben zeige die Untersuchung große Unterschiede zwischen beiden regenerativen Energieträgern auf und verdeutliche, dass Photovoltaikanlagen trotz einer insgesamt geringeren Menge an erzeugtem Strom deutlich höhere Gewinne erzielen als Windkraftanlagen.
 
Die Autoren erklären, dass die Studie zudem auf starke Gegensätze zwischen einzelnen Bundesländern hinweise.

Studie errechnet Strommengen

Profitieren bestimmte Regionen oder Akteure vom Ausbau Erneuerbarer Energien mehr als andere? Im Rahmen des Projekts "Wirkungen des Ausbaus Erneuerbarer Energien (ImpRES)" geht das Fraunhofer ISI zusammen mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) sowie dem Institut für ZukunftsEnergieSysteme (IZES) nun dieser Frage nach.
 
Dazu wurde die Studie "Verteilungswirkungen der Marktförderung des EEG in den Bereichen Photovoltaik und Windenergie (onshore)" durchgeführt. Ihr Ziel bestand darin, die erzeugten Strommengen nach Bundesland, Anlagengröße und pro Jahr für Photovoltaik- und Windkraftanlagen zu ermitteln sowie die hierdurch erzielten jährlichen Gewinne zu errechnen.

Photovoltaikanlagen realisieren rund 2,7 Milliarden Euro Gewinn

Im Hinblick auf die Ergebnisse weist Dr. Barbara Breitschopf, Projektleiterin der Studie am Fraunhofer ISI, auf große Unterschiede bei den Gewinnen durch die analysierten erneuerbaren Energieträger hin: "Für das Jahr 2012 fielen die durch Windkraftanlagen realisierten Gewinne mit etwa 750 Millionen Euro (Mio. Euro) deutlich geringer aus als bei Photovoltaikanlagen, die mit rund 2,7 Milliarden Euro (MRD. Euro) mehr als dreimal so hohe Gewinne einbrachten. Und dies, obwohl die erzeugte Menge an Solarstrom viel niedriger ausfalle als bei Windstrom.
 
In der Untersuchung lassen sich ebenfalls starke räumliche Muster bei Stromkapazitäten, Stromerzeugung und Gewinnen finden. So decken beispielsweise allein Bayern und Baden-Württemberg rund 40 Prozent der installierten Solarstromkapazitäten in Deutschland und liegen auch bei den Gewinnen ganz vorne.
 
Diese werden vor allem durch kleinere, oftmals private Anlagen erzielt, die allerdings gleichzeitig die geringste Gewinnspanne je erzeugter Strommenge pro Kilowattstunde einfahren. Neben den natürlichen Gegebenheiten wirkt sich auch der hohe Anteil an landwirtschaftlichen Betrieben beziehungsweise der dort verfügbaren Dachflächen auf die installierten Kapazitäten aus.

Bei Windkraft haben norddeutsche Länder Nase vorn

Bei den Windkraftanlagen sind es dagegen eher norddeutsche Bundesländer wie Niedersachsen, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt, die mit einer Leistung von etwa 19 Gigawatt mehr Strom durch Windkraft erzeugen als die übrigen zwölf Bundesländer zusammen.
 
Allerdings sind die Gewinnspannen sehr unterschiedlich, was das Beispiel Schleswig-Holsteins unterstreicht: Obwohl das nördlichste Bundesland im direkten Vergleich mit Niedersachsen nur etwa über die Hälfte der Gesamtstromkapazität verfügt, fielen die Gewinne im Jahr 2012 nur um etwa neun Prozent niedriger aus.
 
Das umgekehrte Bild zeigt sich für Brandenburg, das ab dem Jahr 2000 zwar über die zweitgrößte Gesamtstromkapazität verfügt, jedoch laut Modellabschätzung nur einen Bruchteil der Gewinne Niedersachsens oder Schleswig-Holsteins erzielt. Die großen Unterschiede lassen sich laut Breitschopf teilweise durch die natürlichen Wetterbedingungen erklären, die etwa für Windkraftanlagen in Schleswig-Holstein weitaus günstiger ausfallen als in südlicher gelegenen Regionen Deutschlands.
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