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EEG

Substrat-Alternativen: Maisersatz kostet Biogas-Ertrag

Symbolbild © countrypixel/Fotolia
von , am
02.06.2017

Aufgrund der Maisdeckelung durch das EEG 2017 müssen Anlagenbetreiber Substratalternativen nutzen. Diese sind jedoch nicht so ertragreich wie Mais.

Bedingt durch den sogenannten Maisdeckel, der den Input von Mais in Neu- und Bestandsanlagen auf zunächst 50 % mit sinkender Tendenz in den kommenden Jahren beschränkt, müssen viele Biogasanlagenbetreiber den Substrateinsatz anpassen. „Den Mais zu ersetzen, kostet in der Regel Einkommen“, erklärte Peter Schünemann-Plag von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in einem Beitrag für das Deutsche Maiskomitee e.V. (DMK).

Dünger bringt weniger Gasertrag als nachwachsende Rohstoffe

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit einer Biogasanlage ist die Strommenge, die aus dem Inputmaterial gewonnen wird. Um vergleichbare Aussagen treffen zu können, seien der spezifische Gasertrag des Substrates, der Ausbeutegrad in der Anlage und der elektrische Wirkungsgrad bei der Verstromung wichtig. So liegen beispielsweise Wirtschaftsdünger in punkto Gasertrag klar hinter den nachwachsenden Rohstoffen, bei denen es aber auch deutliche Unterschiede gebe, so Schünemann-Plag.

Getreide und Mais mit hoher Energiedichte

Betrachtet man alleine die Kosten je Kubikmeter Methan, sind Geflügelfestmist und Rindergülle gefolgt von der Maissilage allen anderen Inputstoffen überlegen. Beim Blick auf die Energiedichte, die für die Verweilzeit in der Anlage maßgebend ist und eng mit dem spezifischen Gärrestanfall zusammenhängt, stellt sich das anders dar. In diesem Punkt liegen Getreide und CCM weit vorne.

Fremde Gülle ist ein Zuschussgeschäft

In Sachen Nährstoffdichte sei die Zuckerrübe der Spitzenreiter. Der Mais liefert bei allen Kriterien ein ausgewogenes Bild und genau das macht ihn so wertvoll in der Energieerzeugung. Es koste Einkommen, den Mais zu ersetzen, so Schünemann-Plag. Gülle aus dem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb sei ein preiswerter und natürlicher Inputstoff, fremde Gülle ohne Nährstoffbedarf oft ein Zuschussgeschäft.

Mit Material von DMK

Fermenter-Reinigung der Biogasanlage: So wird's gemacht

Mit der Zeit lagern sich Sand, feste Gärreste und Steine am Fermenterboden ab. Die Ablagerungen reduzieren das Fermenter Volumen und es kommt zu Funktionsstörungen bei Heizung, Rührwerken und Pumptechnik. © Hölzl Agrosystem
Vor dem Termin sollte der Anlagenbetreiber rechtzeitig mit dem Abpumpen beginnen, um den Fermenter so weit als möglich zu entleeren. © Hölzl Agrosystem
Mit einem auf einen Lkw aufgebauten Saugbagger werden die Ablagerungen im Fermenter durch kleine Öffnungen abgesaugt. © Hölzl Agrosystems
Sogenannte Saugbagger arbeiten wie riesige Staubsauger mit Unterdruck, der von einem Kompressor erzeugt wird. © Hölzl Agrosystems
Bei Fermenterreinigungen werden hochgiftige und entzündliche Gase freigesetzt. Die Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften fordern deshalb, beim Einstieg in Fermenter einen von der Umgebungsluft unabhängigen Atemschutz zu verwenden. © Hölzl Agrosystems
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