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Zum Teufel mit der Windkraft

Der Windradausbau kommt in Deutschland nur sehr langsam voran, vor allem im Süden. In Bayern wurden 2022 nur 14 Windenergieanlagen errichtet, in Baden-Württemberg waren es lediglich 9 Anlagen.
am Montag, 23.01.2023 - 11:45 (1 Kommentar)

Die Windenergie ist das Zugpferd der Energiewende. Doch der Ausbau kommt nur schleppend voran. Vor allem in Süddeutschland muss sich jetzt was bewegen. Also dort, wo der meiste Strom verbraucht wird.

Der Ausbau der Windkraft ist ernüchternd. 551 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 2.403 MW wurden 2022 in Deutschland errichtet, wie aktuelle Zahlen des Bundesverbands Windenergie (BWE) belegen.

Das ist zu wenig. Die Energiewende lässt sich in diesem Tempo nicht stemmen. Der Motor der Energiewende ist ins Stocken geraten. Eine Veränderung ist notwendig. Leser aus Brandenburg oder Schleswig-Holstein fragen sich vielleicht: Was sollen wir denn noch tun? Dort gibt es Landesabschnitte, in denen sich die weißen Riesen bis zum Horizont erstrecken.

Blickt man nach Süddeutschland, sieht die Sache anders aus. Windkraftanlagen sind dort nur vereinzelt zu finden, wie aktuelle Zahlen bestätigen.

Beschleunigungspaket bei der Windenergie lässt auf sich warten

In Bayern wurden 2022 14 neue Windräder errichtet, in Baden-Württemberg waren es neun. Doch die großen Energieverbrauchszentren liegen im Süden. Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag Signale gesetzt, dass sich etwas verändern soll. Bisher fehlt allerdings die konkrete Umsetzung. “Die Branche wartet weiterhin auf das angekündigte Beschleunigungspaket”, sagt BWE-Präsident Hermann Albers.

Es sind immer wieder die gleichen Probleme, mit denen zum Beispiel auch die Biogasbranche zu kämpfen hat. Eines davon: die langandauernden Genehmigungsverfahren. Um grünes Licht von den Behörden für die Errichtung einer Windkraftanlage zu erhalten, dauert es im Schnitt 23,5 Monate. In einigen Regionen sind noch immer zu wenige Flächen ausgewiesen. Investoren fällt es schwer, geeignete Standorte zu finden.

Investoren von Windrädern brauchen Genehmigungen mit Tempo

Es ist erstaunlich, dass sich hierzulande, trotz ambitionierter Ausbauziele und dem unmittelbaren Krieg in unserer Nachbarschaft, so wenig bewegt. Verschärft wird die Problematik noch von teils kritischen Bürgern, die eine Windkraftanlage in ihrer Nachbarschaft fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Anders kann man es nicht ausdrücken, wenn man sich damit auseinandersetzt. Mit unsachlichen und teils esoterischen Argumenten wird der gesundheitliche Untergang durch eine Windkraftanlage heraufbeschworen.

Diese Probleme zusammen ergeben einen toxischen Mix. Eine Mischung, die der Energiewende deutlich zu schaffen macht. Um das Problem zu lösen, ist im ersten Schritt die Politik gefordert. Aus Ankündigungen müssen Gesetze werden. Investoren brauchen Genehmigungen mit Tempo. Bürokratische Hürden kann die Politik minimieren und abbauen. Für Menschen, die Windkraftanlagen ablehnen, hilft kein Gesetz. Da hilft nur Geduld, Aufklärung und eine große Frustrationstoleranz.

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