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Biogas

TRAS 120: Neues Regelwerk für Biogasanlagen

Biogasanlage mit Radlader
am Dienstag, 19.03.2019 - 08:00

Ein neues Regelwerk verunsichert die Biogasbranche. Was nun auf den einzelnen Betreiber zukommt und was die Regelung mit sich bringt, erklärt Umweltgutachter Thorsten Grantner im Interview.

Mitte Januar sind die Sicherheitstechnischen Anforderungen an Biogasanlagen (TRAS 120) in Kraft getreten. Dabei handelt es sich um Regeln, nicht um ein Gesetz. Wo ist der Unterschied?

Der Unterschied ist: Es ist eine technische Regel. Die wirkt nicht aus sich heraus, sondern nur, wenn die Behörde – und zwar die zuständige Kreisverwaltungsbehörde – sie in Kraft setzt, sprich: wenn in einem Genehmigungsbescheid steht: Die Anlage ist nach TRAS 120 zu  errichten oder zu betreiben. Dann wird sie in Kraft gesetzt. Normalerweise läuft dies in den einzelnen Bundesländern über die  Landesregierung, die ihre Kreisverwaltungsbehörden darauf hinweist, dass dies bitte zu berücksichtigen ist.

Es ist also von Bundesland zu Bundesland verschieden, wie die TRAS angewendet werden?

Eigentlich von Landkreis zu Landkreis. Es ist jetzt auch schon immer sehr unterschiedlich, wie die technischen Regelwerke ausgelegt werden.

Was sollte der Biogasanlagenbetreiber aufgrund dieses neuen Regelwerks beachten?

Wenn die Behörden das tatsächlich 1:1 umsetzen, käme auf die Biogasanlagenbetreiber einiges zu. Im neuen Regelwerk wird sehr stark in Einzelregelungen eingegriffen und das Problem ist für viele Betreiber, dass sie die Anlagen großflächig nachrüsten müssten. Aber ich denke, hier wird auch der Bestandsschutz gewahrt bleiben. Das Problem sehe ich vor allem, wenn Anlagen eine Neugenehmigung beantragen. Dann kann es sein, dass die Behörde auch für die Bestandskomponenten die Aufrüstung auf den Stand der Technik fordert.

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