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Biomasse

Treibhausgase: OVID für ehrgeizigere Einsparziele im Verkehr

von , am
04.08.2014

Berlin - Vor einer sinkenden Nachfrage nach Biodiesel auf Rapsbasis hat der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) gewarnt.

Tank und Teller ist die Devise von Norbert Lins. © Gerken Ernst / Fotolia
Dann könnten sich die Landwirte für andere Kulturen entscheiden, und wegen des dann fehlenden Rapsschrots würde der Bedarf an Proteinimporten aus Übersee für die Tierfütterung steigen, erklärte der Verband vergangene Woche in einer Presserklärung. Anlass zur Sorge bereiten OVID die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen für Biokraftstoffe, die ab 2015 in Deutschland gelten sollen. Diese sähen vor, dass im Verkehrsbereich der Ausstoß von Treibhausgasen (THG) um 3,5 Prozent (%) reduziert werden müsse, was vor allem über den Einsatz von klimafreundlichen Biokraftstoffen in der Mineralölindustrie erreicht werden könne. Je besser dabei die THG-Einsparung von Biokraftstoffen ausfalle, desto weniger müsse die Mineralölindustrie davon beimischen und desto weniger Absatzpotential bestehe für die Biokraftstoffbranche und damit die Rapserzeuger.
 
Nach Angaben der OVID kann die Branche Biodiesel mit einer THG-Einsparung von 55 % bis 60 % im Vergleich zu Mineralöl liefern und damit die THG-Emissionen im Verkehrsbereich sogar um 4 % senken.

Regionaler Eiweißlieferant

Sollte der Gesetzgeber jedoch an seinem Minderungsziel von lediglich 3,5 % festhalten, werde eine gute Gelegenheit für mehr Umweltschutz verpasst, und die Biokraftstoffbranche könne ihre Produktion nicht mehr so gut absetzen, was fatale Folgen auch für den Raps in Deutschland haben könnte. Dieser wird laut Darstellung von OVID in diesem Jahr im Bundesgebiet auf einer Fläche von rund 1,4 Mio. ha angebaut, was eine Ernte von etwa 5,9 Mio. t bringen dürfte. Dabei sei Raps eine der wertvollsten und vielseitigsten Ackerpflanzen, deren Teile für Salatöl, Margarine, Lecithin für Schokolade oder Snacks, Tierfutter, Farben, Schmierfette, Kosmetik, Glycerin und Biodiesel genützt würden.
OVID zufolge fallen bei der Rapsverarbeitung 40 % Öl und 60 % Schrot an. Letzteres werde als proteinreiches Tierfuttermittel eingesetzt. Im vergangenen Jahr seien in Deutschland rund 1,6 Mio. t Rapsöl zu 1,6 Mio. t Biodiesel weiterverarbeitet worden. Dank der Biodieselproduktion hätten die Landwirte zuletzt 2,4 Mio. t Rapsschrot an ihre Tiere verfüttern können. Damit sei Raps ein wichtiger regionaler Eiweißlieferant, da Deutschland nur einen Selbstversorgungsgrad von 37 % bei heimischen Proteinfuttermitteln habe.
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