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Biomasse

UFOP appelliert an EU-Parlament: "iLUC-Faktoren ablehnen"

von , am
05.09.2013

Berlin - Im Vorfeld der Debatte zur Änderung der EU-Biokraftstoffpolitik appelliert der Vorsitzende der UFOP an die Politiker, die Einführung von iLUC-Faktoren sowie die Begrenzung der Anbaubiomasse abzulehnen.

Laut UFOP beträgt der Anteil von Palmöl an der Gesamtproduktion von Biokraftstoffen derzeit 5 Prozent. © Craig/CC-BY-SA 3.0 wikimedia
Die entscheidende Debatte im Europäischen Parlament, wo über die Vorschläge der EU-Kommission zur Änderung der EU-Biokraftstoffpolitik abgestimmt wird, findet am 9./10. September 2013 statt. Schon jetzt appelliert der Vorsitzende der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP), Wolfgang Vogel, an die Mitglieder der zuständigen Ausschüsse, die Einführung von iLUC-Faktoren sowie die Begrenzung der Anbaubiomasse für die Biokraftstoffproduktion abzulehnen.

UFOP: 'Wissenschaftliche Grundlage für die Bemessung der iLUC-Faktoren unzureichend'

Laut einer UFOP-Pressemitteilung weist deren Vorsitzende darauf hin, dass die wissenschaftliche Grundlage für die Bemessung von iLUC-Faktoren unzureichend sei und damit eine unmittelbare Ursache-Wirkungsbeziehung zwischen der EU-Biokraftstoffpolitik und den hierdurch bedingten indirekten Landnutzungsänderungen in Drittstaaten nicht nachgewiesen werden könne.
 
Vogel erinnert außerdem an die kritische Stellungnahme der beiden Experten Dr. David Laborde, IFPRI-Institut Washington DC und Projektleiter der von der Kommission beauftragten IFPRI-Studie sowie Professor Dr. Uwe Lahl, Universität Darmstadt, die die IFPRI-Studie als Grundlage für die Berechnung von iLUC-Faktoren in Frage gestellt hätten. Das IFPRI-Institut habe bereits bei der Veröffentlichung darauf hingewiesen, dass die Studie mit über 20 Fehlern und Unsicherheiten behaftet sei, so Vogel.

Palmöl-Anteil beträgt 5 Prozent von der Gesamtproduktion

Der UFOP-Vorsitzende schreibt in seinem Appell, dass die energetische Nutzung von Palmöl mit einem Rohstoffanteil von 5 Prozent - gemessen an der Gesamtproduktion von 58 Mio. Tonnen - vergleichsweise gering sei. Demgegenüber würden allein für die stoffliche Nutzung ca. 12 Millionen Tonnen Palmöl verbraucht. Anzuerkennen sei, dass gerade die Biokraftstoffpolitik den richtungweisenden Impuls für eine alle Verwendungsbereiche einbeziehende Nachhaltigkeitszertifizierung gegeben habe. Die Einführung von Zertifizierungsanforderungen und deren Umsetzung in weiteren Bereichen dürfe nicht zu einem verwaltungstechnischen Flickenteppich werden. 
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