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Aus der Wirtschaft

US-Bioethanol: EU-Kommission prüft Subventionierung

von , am
30.11.2011

Brüssel - Bioethanol wird in den USA steuerlich begünstigt. Europas Biotreibstoff-Hersteller sind über die dadurch möglichen, massiven Importsteigerungen besorgt.

Um mehr Geld für die Gemeinschaftsaufgabe zur Verfügung zu haben, wollten Bündnis 90/Die Grünen die Steuererstattung für Agrardiesel senken. © Pascal Can/aboutpixel.de
Bioethanol wird in den USA steuerlich begünstig und ist deshalb sehr wettbewerbsfähig. Diesen Verdacht hegt die EU-Kommission, nachdem im Oktober europäische Biotreibstoff-Produzenten Beschwerde über US-Importe eingereicht haben. Sie vermuten, dass US-Ethanol in der EU aufgrund von Steuergutschriften um bis zu 40 Prozent billiger ist als in den USA selbst. Bis 24. August 2012 will die Kommission prüfen, ob sich der Verdacht bestätigt.

Importe seit 2008 um 500 Prozent gestiegen

Einen Antrag auf ein Antidumpingverfahren hat der Europäische Verband der Bioethanolhersteller ePURE gestellt. In den vergangenen Jahren sind Bioethanol-Einfuhren aus den USA in die EU deutlich angestiegen. Laut ePURE haben sich diese in den Jahren 2008 und 2010 um mehr als 500 Prozent erhöht. Für 2011 erwarten Experten eine Verdoppelung der Importe im Vergleich zu 2010.
 
Ab 2012 Zollgebühren möglich
 
Die Kommission ist darauf eingegangen und hat ihr Vorgehen am vergangenen Freitag im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Falls die Untersuchungs-Ergebnisse die Dumping-Vorwürfe bestätigen, könnte die EU ab August 2012 für US-Importe Zollgebühren einheben. Bereits seit 2008 wurde amerikanischer und 2009 kanadischer Biodiesel mit Zöllen von bis zu 400 Euro je Tonne belegt. Die USA halten den Effekt für kaum ausschlaggebend und erklären, die Steuerbegünstigungen laufen ohnehin aus.
 
2010 wurden in Europa rund fünf Milliarden Liter Bioethanol verbraucht, rund zwölf Prozent davon wurden nach Schätzungen der Branche aus den USA und Brasilien importiert. Die Importquote dürfte jedoch steigen, da die europäischen Hersteller im Vergleich mit den Rivalen aus diesen Ländern mit kälterem Wetter kämpfen und zudem über kleinere Anbauflächen verfügen, berichtet die APA.
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