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Biomasse

Verkehr: EU-Energierat für Biokraftstoff-Anteil von 7 Prozent

von , am
14.06.2014

Die EU-Mitgliedstaaten verständigten sich am Freitag während des EU-Energierates in Luxemburg auf eine gemeinsame Position zum Kraftstoffmix der Zukunft.

Durch die Treibhausgasquote soll künftig die durch die Beimischung von Biokraftstoffen erzielte Einsparung von Treibhausgasemissionen entscheidend sein. © landpixel
Demnach dürfen die Länder bis 2020 nur noch bis zu 7 Prozent (%) Biodiesel und Bioethanol auf das Klimaziel im Verkehrssektor anrechnen. Lediglich Belgien und Portugal stimmten gegen den Kompromiss der Präsidentschaft. Trotz der Zustimmung gärt es unter der Oberfläche. Frankreich, Polen, Ungarn, Tschechien, die Slowakische Republik und drei weitere EU-Mitgliedstaaten geht die Beschränkung für Biotreibstoffe vom Acker eher zu weit. Sie beharren in einer gemeinsamen Erklärung darauf, dass der Anteil von 7 % in den Verhandlungen mit dem Europaparlament keinesfalls weiter vermindert werden darf. Diese Länder argumentieren mit dem Schutz der Investitionen in heutige Anlagen. Außerdem gehen die acht Länder davon aus, dass auch konventionelle Biotreibstoffe in den kommenden Jahren umweltfreundlicher werden.
 
Die EU-Kommission und das Vereinigte Königreich hätten eine Begrenzung der Pflanzentreibstoffe vom Acker auf 5 % besser gefunden, stimmten dem Kompromiss aber dennoch zu. Die EU-Mitgliedstaaten können nun freiwillig ein Unterziel von 0,5 % für Biotreibstoffe der zweiten Generation einführen. Auch das geht vielen nicht weit genug. Ein verpflichtendes Ziel von 2 % stand im Raum. Nach der in Luxemburg abgestimmten Position werden Biotreibstoffe nicht mit ILUC-Faktoren gewichtet, um das Ausmaß auf indirekte Landnutzungsänderungen zu erfassen. Die Kommission wird jedoch aufgefordert, über ILUC-Faktoren zu berichten.

BDBe kritisiert Beratungsergebnis

Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) kritisiert das Beratungsergebnis des EU-Energieministerrates in mehrfacher Hinsicht. Der Verband warnt davor, dass die vom Rat empfohlenen Biokraftstoffziele nicht für die Erfüllung des geltenden Mindestanteils von 10 % erneuerbarer Energien im Verkehr reichen werden. "Der Vorschlag, Biokraftstoffe der zweiten Generation doppelt und Strom bis zu fünffach anzurechnen, ist ein Bilanzierungstrick, der höhere Treibhausgasemissionen bewirkt", monierte Dietrich Klein, Geschäftsführer des BDBe.

Copa-Cogeca gegen vorgeschlagene Begrenzung

Die EU-Landwirte- und -Genossenschaftsverbände Copa-Cogeca befürchten, dass "die Streichung der Unterstützung für nachhaltige, aus Ackerkulturen hergestellte Biokraftstoffe der ersten Generation schwerwiegende Auswirkungen auf die kommerzielle Entwicklung von Biotreibstoffen der zweiten und dritten Generation haben werde". Nach Ansicht von Copa-Cogeca sollten mindestens 8 % der Kraftstoffe im Verkehrssektor bis 2020 aus Biokraftstoffen aus Ackerkulturen und mindestens 2 % aus alternativen Treibstoffen der zweiten und dritten Generation stammen. Zudem lehnt der Dachverband auch die Aufnahme von ILUC-Faktoren in diese Gesetzesregelung ab, weil diese wissenschaftlich nicht fundiert seien. 
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