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Energieeinsparung

Weniger Förderung für Wärmepumpen: Das gibts nun bei Gebäudesanierung

Waermepumpe
am Donnerstag, 28.07.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Das Bundeswirtschaftsministerium legt heute eine Reform der Gebäudeförderung vor. Der Fokus liegt auf der energetischen Sanierung – die Förderung für Wärmepumpen sinkt indes.

Die Bundesregierung stellt die Förderung von Energieeffizienz in Gebäuden um. Schwerpunkt wird die energetische Sanierung sein. Das Ziel ist, dass möglichst viele Menschen vom Förderprogramm profitieren, damit sie Energiefresser austauschen, etwa

weiter Häuser und Wohnungen sanieren und so Energiekosten sparen. Deshalb wird die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) neu aufgestellt.

Neue Förderbedingungen bei der staatlichen Förderbank KfW

Die Änderungen wurden per sogenannter Änderungsbekanntmachung im Bundesanzeiger veröffentlicht. Sie treten ab 28. Juli 2022 in gestufter Reihenfolge in Kraft. Ab heute greifen die neuen Förderbedingungen für Anträge auf Komplettsanierungen bei der staatlichen Förderbank KfW.

Für Einzelmaßnahmen bei der Sanierung, wie den Fenstertausch, gelten die neuen Förderbedingungen für die Antragstellung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ab dem 15. August 2022.

Die Neubauförderung wird dann in einem weiteren, späteren Schritt vom Bundesbau- und dem Bundeswirtschaftsministerium für 2023 umgestaltet. Bis zur neu konzipierte Neubauförderung läuft das Programm EH 40 Nachhaltigkeit bis Jahresende weiter. Hier gibt es für dieses Jahr aktuell erstmal nur Folgeanpassungen. Das heißt solche, die sich aus Änderungen bei der Sanierung ergeben und zum anderen die verfügbaren Haushaltsmittel abbilden.

Fördermittel für die Sanierung steigen im Vergleich zu den Jahren

Hintergrund der Reform der Gebäudeförderung sind die angespannte Energieversorgung und die hohen Preise infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sowie die zugespitzte Klimakrise. Damit möglichst viele Haushalte bei der Sanierungsförderung zum Zuge kommen, steigen die im Wirtschaftsplan zum Klima- und Transformationsfonds (KTF) zugewiesenen Fördermittel im Vergleich zu den vorherigen Jahren.

Zugleich werden die Fördersätze leicht reduziert. Bei Komplettsanierungen wird angesichts des sich ändernden Zinsumfelds auf zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse umgestellt.

Mit der Reform der BEG werden jährliche Bewilligungen von 13 bis14 Mrd. Euro möglich bleiben, davon etwa 12 bis13 Mrd. Euro für Sanierungen. Zum Vergleich: 2021 wurden rund 8 Mrd. Euro und 2020 rund 5 Mrd. Euro für Sanierungen ausgegeben. 2022 sind es aktuell für die Sanierungsförderung rund 9,6 Mrd. Euro von Januar bis Juli 2022.

Die Reform der BEG hat den klaren Fokus auf der Neuausrichtung der Sanierungsförderung. Zeitlich wird sie in zwei Schritten vollzogen:

  1. Kurzfristig gelten ab dem 28. Juli 2022 neue Förderbedingungen bei Komplettsanierungen und der noch laufenden Neubauförderung.
  2. Ab dem 15. August 2022 greifen neue Förderbedingungen bei Einzelmaßnahmen der Sanierung. Bei der Neubauförderung erfolgt die Reform erst zu 2023.

Beispiele für Komplettsanierung, Wärmepumpe und Fenstertausch

Bislang erhielten Antragstellende bei einer Komplettsanierung, das heißt bei einer umfassenden Erneuerung, die das Effizienzhaus/-gebäude-Niveau EH/EG 40 erreichte, einen Fördersatz von 50 Prozent (mit EE-Klasse). Das entsprach 75.000 Euro.

Jetzt liegt der maximale Fördersatz (bei 30 Prozent Tilgungszuschuss und maximal möglicher Zinsvergünstigung mit etwa 15 Prozent Subventionswert) bei insgesamt 45 Prozent (mit EE- oder NH-Klasse und mit Bonus für ein Worst-Performing-Building ab 22. September 2022). Das entspricht noch 67.500 Euro.

Früher lag der Fördersatz bei maximal 50 Prozent. Jetzt liegt der maximale Fördersatz beim Einbau einer Wärmepumpe bei 40 Prozent auf die Höchstgrenze von 60.000 Euro je Wohneinheit, dies entspricht einer Fördersumme von bis zu 24.000 Euro. Früher bekam man bis zu 30.000 Euro, nach der Reform bis zu 24.000 Euro für die Wärmepumpe.

Früher lag der Fördersatz bei bis zu 25 Prozent, nach der Reform bei rund 20 Prozent. Früher konnte man rund 15.000 Euro beim Fensteraustausch bekommen, nach der Reform sind es noch 12.000 Euro.

Mit Material von BMWK
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