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Erneuerbare Energie

Windenergie: Ausbauflaute trotz politischer Wunschträume

Windkraftanlagen
am Freitag, 15.07.2022 - 12:00 (Jetzt kommentieren)

Der Ausbau der Windkraft in Deutschland hat sich im ersten Halbjahr 2022 laut ersten Zahlen der Deutschen WindGuard im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich verringert. Somit lässt sich das zwei-Prozent-Flächenziel bis 2032 kaum erreichen.

Von Januar bis Juni 2022 wurden 238 neue Windenergieanlagen (WEA) an Land mit einer Leistung von zusammen 977 Megawatt (MW) in Deutschland installiert.

Beim zwei-Prozent-Flächenziel bis 2032 ist der Gesetzgeber deutlich hinter den gestalterischen Möglichkeiten zurückgeblieben. Das zeigen Daten des Bundesverbands WindEnergie (BWE) und des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

Zubauzahlen von Windenergieanlagen deutlich zu gering

Wurden im ersten Halbjahr 2021 noch 48 Anlagen mit 211 MW Leistung in Niedersachsen und null Megawatt im Land Bremen neu installiert, beläuft sich der Zubau zwischen Januar und Juni 2022 auf lediglich 30 Windenergieanlagen (WEA) mit einer Leistung von 142 MW.

Damit rangiert Niedersachsen bei Anzahl und Leistung der Anlagen nach Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg lediglich auf Platz vier im Bundesvergleich. Berechnungen der Fachagentur Windenergie an Land kamen zu ähnlichen Ergebnissen.

Status Quo zum Energieausbau: Das sind die 4 Fakten

Die Verbände kommen zu folgenden Schlüssen. Hier ein Überblick der Fakten:

  •  Zubau sinkt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,2 Prozent auf 238 WEA und 977 MW
  •  Im Vergleich zum Vorjahr stagniert die Zahl der neuen Genehmigungen bei 306 WEA und 1.536 MW
  • Kernhindernisse beim Ausbau: Flächenverfügbarkeit, Dauer der Genehmigungsverfahren, Störungen der Lieferketten
  • Branche sieht stark wachsende Beschäftigungspotenziale

Ziele der Energiewende sind gefährdet

Im gleichen Zeitraum wurden in Niedersachsen 8 Anlagen mit rund 6 MW Leistung stillgelegt. Somit beläuft sich der Netto-Zubau auf lediglich 136 MW Leistung. Die Zahl der Genehmigungen beläuft sich auf 57 Anlagen mit einer Leistung von 279 MW. Das entspricht einem Anteil von 20 Prozent der bundesweit genehmigten Anlagen.

In Bremen wurden trotz vom Bremer Senat ambitionierter Klimaschutzziele im ersten Halbjahr 2022 keine Anlagen in Betrieb genommen.

LEE-Vorsitzende fordert Kommunen zum Handeln auf, damit Energiepreise nicht weiter steigen

„Mittlerweile erhalten wir aus Berlin positive Signale. Wir müssen den Schwung, mit dem die Energiewende vorangetrieben wird, auch in die Kommunen tragen. Für die Kommunen ist die Zeit gekommen, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen. Dort müssen die Flächen für das Ausbau von Windenergieanlagen bereitgestellt werden. Wenn dies nicht umgehend passiert, entwickelt sich die Energiepreisspirale unweigerlich weiter nach oben,“ so Landesverband Erneuerbarer Energien(LEE)-Vorsitzende Bärbel Heidebroek.

Mit Material von LEE

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