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Studienergebnisse

Windkraftanlagen: Diese Maßnahmen retten Vögel

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am Freitag, 13.05.2022 - 14:00 (Jetzt kommentieren)

Windräder tragen einen großen Anteil zum Klimaschutz bei. Die erforderlichen Stromtrassen und Turbinen gefährden jedoch viele Vogelarten. Eine Studie beschäftigte sich mit den Risikogebieten für die Flugtiere und diese zeigt: Ein Risikogebiet davon liegt in Deutschland.

Die Ergebnisse einer groß angelegten Studie stellten heraus, welche Regionen innerhalb Europas besonders durch Stromtrassen und Windkraftanlagen gefährdet sind. Die Gefahren-Hotspots befinden sich nicht nur in Südspanien und der französischen Mittelmeerküste, sondern auch an der Ostsee.

GPS-Daten von 1.500 Vögeln ausgewertet

Das aus mehr als 50 Forschern bestehende Team befasst sich mit den besonders gefährdeten Arten. Es werden Empfehlungen für konkrete Maßnahmen ausgesprochen, die dem Schutz der Tiere zugutekommen sollen.

Um die Routen von Zugvögeln auswerten zu können, wurden GPS-Daten von 1.500 Vögeln ausgewertet. Anfällige Vogelarten sind unter anderem Möwen, Störche, große Wasservögel und Greifvögel. Durch unzureichend geplante Windfarmen und Stromtrassen könne laut einem Forscherteam aus Norwich die Sterblichkeit dieser Vögel steigen.

Maßnahmen an Windanlagen für eine reduzierte Vogelsterblichkeit

Windanlagen in Kollisions-Hotspots lassen sich durch spezielle Maßnahmen sichern. Bei Stromtrassen werden auffällige Markierungen der Stromkabel empfohlen. Die Rotorblätter bei Windrädern lassen sich ebenfalls besser kennzeichnen.

Weiterhin wird das Abschalten oder eine Drosslung solcher Anlagen während starkem Vogelflug empfohlen. Zusätzlich können Betreiber die Windräder mit Kameras oder Radar ausstatten. Diese können sich daraufhin bei nähernden Vögeln automatisch abschalten.

Risikoabschätzung findet erst nach der Standortwahl der Windkraftanlage statt

Forscher betonen explizit, dass ihre Einschätzungen zu den Hotspots und den gefährdeten Arten stark von der Zahl der Windkraftanlagen sowie den verfügbaren Daten abhänge. Deshalb wird bemängelt, dass Risikoabschätzungen erst nach der Wahl des Standorts stattfinden. Grund hierfür seien die Betreiber der Anlagen, da für sie wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund stünden.

Professor Jethro Gauld betont, dass es deutlich mehr geeignete Orte für Windturbinen gebe, als für die Erreichung der Klimaziele bis 2050 benötigt würden. Dies sei bereits aus früheren Studien bekannt. „Wenn wir die Risikoeinschätzung für die Artenvielfalt, zu der auch die Vogelschlag-Gefahr gehört, schon früh im Planungsprozess verbessern können, begrenzen wir den Einfluss dieser Entwicklungen auf die Tierwelt und erreichen dennoch unsere Klimaziele.“

Mit Material von GEO

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