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Wind

Windparks der Superlative

von , am
28.11.2013

Gerade wurde der größte Windpark der Welt vor der belgischen Küste installiert. Nun ist eine weitere schwimmende Anlage vor Schottland in Planung.

2013 gingen Offshore-Windräder mit einer Kapazität von insgesamt knapp 1.600 Megawatt (MW) ans Netz. © Matthias Ibeler/Alpha-Ventus
Am vergangenen Wochenende hat der französische Konzern Alstom die weltweit größte Offshore-Windkraftanlage fertig gestellt. Die Haliade™ 150-6 MW erstreckt sich im Windpark "Belwind" bei Ostende vor der belgischen Küste. Das Projekt sei ein Meilenstein im Hinblick auf den Industrialisierungsprozess der 6 MW-Anlage und es werde dazu beitragen, "die Wettbewerbsfähigkeit von Offshore-Windenergie zu erhöhen", so Alfonso Faubel, Senior Vice President von Alstom Wind.

Die neue Generation

Bei der Haliade™ 150-6 MW handelt es sich um eine Anlage der neuen Generation. Sie arbeitet dank des Rotordurchmessers von 150 Metern effizienter als jene der heutigen Generation und liefert einen 15 Prozent höheren Ertrag, so Alstom. Im Inneren befinden sich zudem weniger mechanische Bauteile, was eine höhere Zuverlässigkeit sowie geringere Wartungs- und Betriebskosten zur Folge hat. Des Weiteren schützt die Pure Torque®-Technologie den Generator und trägt zur Leistungsoptimierung bei, wie Alstom mitteilte.

Effizienz und Robustheit

Die Gründungsstruktur besitzt eine Höhe von 61 Metern. Sie wurde auf Säulen platziert, die in über 60 Metern Tiefe versenkt wurden. Der 78 Meter hohe Aufbau besteht aus drei Elementen, wobei die Rotorblätter eine Länge von je 73,5 Metern aufweisen. Die Installation der Turbine sei "einfach, robust und effizient", wie Alfonso Faubel verkündet. Die gesamte Baustruktur beläuft sich auf ein Gewicht von 1.500 Tonnen. Sie kann zukünftig etwa 5.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Größter schwimmender Windpark

Der norwegische Ölkonzern Statoil will Europas größten schwimmenden Windpark vor der schottischen Ostküste bauen, wie die britische Firma The Crown Estate, die die Anlage betreiben wird, nun verkündete. Dieses Vorhaben sei eine Weiterentwicklung des bereits seit 2009 bestehenden Projekts "Hywind" vor Karmøy, der ersten schwimmenden Windenergieanlage der Multimegawatt-Klasse, so Statoil.

Nutzung tiefer Gewässer

Statoil zufolge werden hier bereits bekannte Technologien in völlig neuen Zusammenhängen kombiniert. Vorteil der Anlage ist die Möglichkeit, auch an Standorten in tiefen Gewässern Energie zu gewinnen, wo die Installation herkömmlicher Offshore-Windparks bisher ausgeschlossen ist. Diese bezeichnet das Unternehmen, das als führend in der maritimen Öl- und Gasförderung gilt, auch als ihre Kernkompetenz.

Konstruktion

Das Projekt bestehe laut Stavanger Aftenblad aus fünf schwimmenden Turbinen, die in der Buchan Deep-Umgebung treiben sollen. Diese liegt 20 bis 30 Kilometer vor der Küste von Peterhead in Aberdeenshire. Die Konstruktion besteht aus einem Stahlzylinder, der mit Ballast aus Stein und Wasser angefüllt ist. Dieser ist in 100 Meter Tiefe mit drei Ankerkonstruktionen am Meeresgrund angebracht. Die Gesamtkapazität der Anlage wird mit bis zu 30 Megawatt berechnet.
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