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Update vom 8. Oktober: Nordrhein-Westfalen

Nach Windrad-Einsturz: Blackbox soll über Unfallursache aufklären

Einsatzkräfte im Dunkeln neben dem gerade eingestürzten Windrad
am Freitag, 08.10.2021 - 11:00 (Jetzt kommentieren)

Im Kreis Recklinghausen hat nach dem Einsturz des 240 Meter hohen Windrads die Ursachenforschung begonnen. Die Blackbox wurde mittlerweile geborgen und soll eine Analyse der Betriebsdaten der Turbine ermöglichen.

Update vom 8. Oktober: 

Nach Informationen des Windradherstellers Nordex arbeite derzeit ein Team aus internen und externen Experten an der Ursachenanalyse an der Einsturzstelle in Haltern am See. Insbesondere die Rotorblätter und die Turmsegmente würden genau begutachtet.  Am Dienstag (05.10.) habe ein Kran mit einer schweren Schaufel den verbliebenen Stumpf von etwa 40 Metern Höhe zu Fall gebracht. 

Durch den vollständigen Abriss des Windrads habe die Blackbox Mitte der Woche erfolgreich geborgen werden können. Mit der sogenannten Bottom Box werden die Betriebsdaten der Turbine analysiert. Die schnelle und umfassende Aufklärung der Einsturzursache habe laut Nordex höchste Priorität. Es werde in allen Richtungen nach der Ursache gesucht, bisher gebe es aber noch keine Erkenntnisse.

Ein Sprecher der Stadtwerke Haltern ging Anfang der Woche davon aus, dass die Ermittlungen voraussichtlich mehrere Wochen dauern würden. 

 

Das bis auf 20 Meter über der Erdoberfläche in sich zusammengebrochene Windrad gehörte zu den bundesweit größten Anlagen. Noch ist die Einsturzursache unklar. Erst Mitte März ist das Windrad in Betrieb genommen worden und hätte am vergangenen Donnerstag – am Tag nach dem Einsturz – eingeweiht werden sollen.

Sofort nach Bekanntwerden des Einsturzes sei die etwa 450 Meter entfernte Zwillingsanlage, die zusammen mit dem eingestürzten Windrad den Park in der Nähe des früheren Schachtes 9 des Steinkohlebergwerks Auguste Viktoria («AV») bildete, stillgelegt worden. Betreiber der beiden Anlagen sind der Bergbauflächen-Entwickler RAG Montan Immobilien (RAG MI) und die Stadtwerke Haltern.

Bis Donnerstagmorgen (30.09.) seien von Nordex insgesamt 17 Windräder außer Betrieb genommen worden. Dazu gehörten auch die sechs Windräder des benachbarten Windparks Jüchen, die unter anderen der RWE-Konzern betreibt.

Ein Sprecher von Nordex teilte mit, dass bei zwei weiteren Anlagen derselben Konfiguration die Inbetriebnahme bevorstand. Drei Anlagen befänden sich noch im Bau. Mittlerweile würden keine Anlagen dieses Typs mehr gebaut. Von dem Modell seien weltweit 1.222 Anlagen verkauft worden. Der Einsturz sei die erste Havarie des Turbinenmodells. 

Beschädigte Anlage im benachbarten Windpark von RWE festgestellt

Wie RWE in einer Presseinformation mitteilt, befinde sich der Windpark in Jüchen noch in der Phase der Inbetriebnahme und hätte Ende des Jahres vollständig an RWE, die Stadt Jüchen und den Mönchengladbacher Energieversorger NEW übergeben werden sollen. Unter diesen drei Partnern werde der Windpark als Gemeinschaftsprojekt betrieben.

RWE habe im August am Turm einer der Anlage einen Schaden festgestellt. Daraufhin sei das Windrad im benachbarten Windpark stillgelegt und Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet worden. Mit dem Hersteller habe RWE den Schaden begutachtet und eine Neuberechnung der Statik angefordert. Die zuständigen Behörden seien informiert worden. Anfang letzter Woche sei mit dem Hersteller vereinbart worden, vom beschädigten Windrad die Rotorblätter, das Maschinenhaus und Teile des Turms abzubauen.

Der Windpark in Jüchen sei weiträumig abgesperrt worden und das Gelände werde permanent überwacht. In Absprache mit den Behörden würden weitere Sicherheitsmaßnahmen, auch für die nahegelegene Autobahn, überprüft. Zudem werde eine Demontage der Rotorblätter der übrigen fünf Anlagen überprüft.

Mit Material von dpa
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