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Winterforen Saaten-Union: Biogas bleibt wichtig im Energiemix

© Mühlhausen/landpixel
von , am
15.01.2013

Magdeburg - Prof. Enno Bahrs sprach auf dem Winterforum der Saaten-Union über die Rolle von Sonne, Wind und Biogas bei der künftigen Energieversorgung.

Prof. Enno Bahrs auf dem Winterforum der Saatenunion in Magdeburg.
Auf dem Winterforum der Saaten-Union in Magdeburg sprach Prof. Dr. Enno Bahrs von der Universität Hohenheim, Institut für Landwirtschaftliche Betriebslehre zum Thema Bioenergieproduktion im Spannungsfeld politischer Zielsetzungen und praktischer Möglichkeiten.
 

Wind und Sonne können Energieversorgung übernehmen

Mit einigen bemerkenswerten Informationen hatte er in kürzester Zeit die Aufmerksamkeit der Anwesenden: Die Energie, die die Sonne jährlich auf die Erde abstrahlt, entspricht der Energiemenge, die 100 Millionen Kernkraftwerke zu je 1.000 MW erzeugen könnten. Wenn das mal kein gutes Argument für die Erneuerbaren Energien ist! Wind und Sonne seien also schon alleine in der Lage, einen gewaltigen Anteil an der Energieversorgung von morgen zu übernehmen.

Biogas bleibt wichtiger Baustein im Energiemix

Die Stromgestehungskosten für Wind und Sonne werden in den nächsten Jahren immer weiter sinken. Dennoch sei das Biogas auch weiterhin ein wichtiger Baustein im Energiemix. Trotz einiger Nachteile - Flächenkonkurrenz und Bodenpreisanstieg sind nur zwei davon - sei er nach wie vor unverzichtbar. Und das hauptsächlich wegen der Bereitstellung von Regelenergie, zu der keine andere EE-Technologie in der Lage sei. Zwar würden die Strompreise von Biogasstrom nicht weiter fallen, erwartet Bahr, denn "der technische Fortschritt wird immer von den steigenden Biomassepreisen gefressen". Um die Technik dennoch konkurrenzfähig zu halten, braucht es die Hilfe von Technik und Züchtung.

Eine Million Hektar Maisfläche für Standby-Betrieb in Deutschland

Schlussfolgernd sagte Bahr, dass die Biomasse ihre wichtige Rolle auch zukünftig behalten werde. Das Anforderungsprofil werde eher breiter, denn Nachwachsende Rohstoffe würden viel mehr als früher zur stofflichen Nutzung angebaut werden. Aufgabe der Züchter sei es, die richtige Biomasse für die jeweilige Anforderung bereitzustellen.
 
Zum Abschluss gab es noch eine Zahl, die den Anwesenden ein ungläubiges Raunen entlockte: um den Strom für den Standby-Betrieb elektrischer Geräte in Deutschland herzustellen, sind jährlich eine Million Hektar Maisfläche nötig!
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