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Windenergie

XXL-Windrad: dreimal so viel Energie durch außergewöhnliche Höhe

Windrad (Symbolbild)
am Montag, 07.11.2022 - 12:20 (4 Kommentare)

Ein Rentner aus Sachsen hat ein Höhenwindrad mit Riemenantrieb konstruiert. Dadurch soll der Energieertrag dreimal so hoch sein wie bei gängigen Windrädern.

Horst Bendix ist der Erfinder eines neuartigen Windrads. Es soll dreimal so viel Energie liefern wie herkömmliche Modelle und dafür hat der Ingenieur eine neue Konstruktion entworfen.

Horst Bendix setzt auf über 200 Meter hohe Wind-Anlagen

Der Konstrukteur sieht die Chance der sogenannten Höhenwindanlage in beachtlichen Höhen. In über 200 Metern soll die Anlage die guten Voraussetzungen nutzen, da der Wind dort stärker und konstanter weht. Bendix erklärt, dass der Nutzen ein höherer Energieertrag sei. Der 92-jährige umgeht mit einem Trick das Problem der Biegekräfte, die für gewöhnlich solche hohen Türme unmöglich machen.

Zusätzlich löst der Maschinenbauingenieur weitere Probleme, indem er auf Generatoren im Fuß der Anlage setzt. Horst Bendix erklärt das Problem für gängige Windräder in diesen Höhen so: „An der Windenergieanlage wirkt der Wind auf den Rotor mit einer erheblichen Kraft, mit vielen Tonnen.“ Dadurch biege der Turm sich durch und benötige ein großes Widerstandsmoment über dem Boden.

Dreibein-Konstruktion sorgt für Stabilität

Es gilt, je höher der Turm ist, desto höher werden diese Kräfte. Aus diesem Grund hat sich Bendix bei seiner Konstruktion für ein Dreibein entschieden. Die weiteren Stützsäulen sorgen für eine zusätzliche Stabilität. Gewöhnlicherweise befindet sich an der Spitze eines Windrads eine große, drehbare Gondel mit einem Generator und der Rotornarbe. Von dieser gehen die Rotorblätter ab.

Durch die Verlegung des Generators in den Fuß des Windrads, ist der Turmkopf sehr viel leichter. Das Gewicht drückt somit bei der Biegung nicht auf die Gesamtkonstruktion. Zudem fängt der Turm mehr Wind ein, weil er sich automatisch mit der Windrichtung dreht.

Generatoren benötigen keine Drosselung mehr

Das Konzept von Bendix sieht vor, mehrere Generatoren im Fuß der Anlage zu verbauen und diese mit Ketten oder Riemen mit dem Rotor zu verbinden. Das bietet den zusätzlichen Vorteil, dass die Generatoren keine Drosselung benötigen. Herkömmliche Windräder haben nämlich ein Geschwindigkeitslimit für den Rotor. Bei circa 30 Metern pro Sekunde regeln große Türme ab. Dadurch lässt sich die Windenergie nicht nutzen, wenn am meisten verfügbar ist. Diese Limitierung hätte das Dreibein-Windrad theoretisch nicht.

Windrad ist patentiert aber ein Prototyp lässt noch auf sich warten

Horst Bendix entwickelte das Konzept in seinem Ruhestand mittels eines Modells in seinem Garten. Das Prinzip hat er patentiert, jedoch gibt es noch keinen Prototypen. Durch Bendix‘ Innovation hat sich die Beventum GmbH gegründet. Diese sucht derzeit Partner, um einen 350 Meter hohen Prototyp zu bauen, wofür sie eine 18-Mio.-Euro-Förderung erhielten.

Mit Material von t3n

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