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Agrarpolitik

EU-Kommission gibt Aufteilung der Agrarhilfen bekannt

von , am
26.09.2015

Deutschland soll aus dem 500 Mio. Euro schweren Hilfspaket der Europäischen Kommission 69,2 Mio. Euro erhalten, um krisengeschüttelte Landwirte zu unterstützen. Das hat EU-Agrarkommissar Phil Hogan beim informellen Treffen der Landwirtschaftsminister in Luxemburg angekündigt.

Die Bundesrepublik bekommt damit den größten Batzen der Teilsumme von 420 Mio. Euro, die für zielgerichtete Hilfen innerhalb der Mitgliedstaaten vorgesehen sind. Laut Hogan orientierte sich die Kommission bei der Verteilung vorrangig an den nationalen Milchquoten 2014/15, zog aber auch andere Aspekte wie die regionale Entwicklung der Milch- und Schweinefleischpreise sowie die Auswirkungen des russischen Embargos und der jüngsten Sommerdürre mit ein.
 
Frankreich erhält 62,9 Mio. Euro, Großbritannien 36,1 Mio. Euro und Polen 28,9 Mio. Euro. An Österreich gehen 7,0 Mio. Euro. Die Mittel dürfen aus dem nationalen Haushalt aufgestockt werden. Über die 420 Mio. Euro hinaus bestätigte Hogan, dass jeweils rund 30 Mio. Euro für Nahrungsmittelhilfen und eine zusätzliche Absatzförderung vorgesehen sind.
 
Eher unzufrieden äußerte sich der Deutsche Bauernverband e.V. (DBV). Er sprach von einem „Minimalkompromiss“. Der Unterstützungsbedarf für die Landwirte in der aktuellen Preiskrise sei erheblich größer, stellte der DBV fest. Allein für die deutsche Landwirtschaft seien Erlösverluste durch das politisch bedingte Agrarimportembargo Russlands von fast 1 Mrd. Euro berechnet worden. Die EU-Finanzmittel, die für die deutsche Landwirtschaft zur Verfügung gestellt werden sollen, müssten sehr effizient eingesetzt werden, damit überhaupt eine Wirkung in den Märkten und bei den Bauernfamilien erzielt werde. © AgE / Foto: Grafikplus (Fotolia.com)
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