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Milchwirtschaft

Politische Diskussion um Milchmengenregulierung wird intensiver

von , am
02.10.2015

Ein halbes Jahr nach Auslaufen der Milchquotenregelung hat die politische Diskussion um eine neuerliche Mengensteuerung an Fahrt aufgenommen.

Den Anlass dafür gaben Äußerungen von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, die Zweifel an dessen bislang ablehnender Haltung aufkommen ließen. Nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus den Ländern in Berlin schloss der CSU-Politiker zwar eine Rückkehr zu einer staatlichen Quotenregelung aus. Davon unabhängig werde man jedoch über „andere Instrumente einer Mengensteuerung“ reden, sagte Schmidt vor Journalisten in Berlin. Der Minister nannte keine Einzelheiten, klar sei jedoch, dass es „keine Denkverbote“ gebe.
 
Schmidts Aussagen lösten eine Welle von Reaktionen aus. Sowohl der Deutsche Bauernverband e.V. (DBV) als auch der Deutsche Raiffeisenverband e.V. (DRV) bekräftigten ihre Absage an die Einführung jeglicher Mengensteuerungsinstrumente auf dem Milchmarkt und kritisierten die neu aufgeflammte Debatte. Unterdessen zeichnet sich unter den Ländern eine breite Mehrheit für einen Kurswechsel in der Milchpolitik ab. Neben den grünen Agrarministern zeigen sich auch die SPD-Ressortchefs offen gegenüber weitergehenden Maßnahmen zur Mengenregulierung. Einig sind sich Bund und Länder indes in der Einschätzung, kurzfristig ein Hilfsprogramm zur Liquiditätssicherung aufzulegen. © Text: AgE / Foto: Jenny Thompson (Fotolia.com)
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