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Milchwirtschaft

Wie sehen die deutschen Milchbauern ihre Lieferbeziehungen zur Molkerei?

von , am
03.04.2017

Prof. Sebastian Hess und Julian Petersen vom Lehrstuhl für Ökonomie der Milch- und Ernährungswirtschaft am Institut für Agrarökonomie der Universität Kiel sowie Dr. Gerhard Dorfner von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) haben einen Beitrag zu den Ergebnissen einer Befragung von Landwirten zur Gegenwart und Zukunft der Milch-Lieferbeziehungen verfasst.

© toa555 (Fotolia.com)

Danach besteht unter den Milcherzeugern in Deutschland kein einheitliches Meinungsbild hinsichtlich einer möglichen Neugestaltung der genossenschaftlichen Lieferbeziehungen.

Insbesondere kleinere, mittlere und möglicherweise wachstumswillige Betriebe favorisieren das typische genossenschaftliche Liefermodell mit Andienungs- und Abnahmepflicht, Rückvergütung und 24 Monaten Kündigungsfrist. Demgegenüber sprechen sich vor allem größere Betriebe für eine alternative Gestaltung der Lieferbeziehungen aus. Diese Betriebe seien bestrebt, durch Vertragslösungen mit fester Mengenbindung bessere Konditionen zu erreichen.

Uneinig bei den Laufzeiten

Kein einheitliches Bild hat die Befragung zudem im Hinblick auf die Vertragslaufzeiten ergeben. Der Wunsch nach kürzeren Kündigungsfristen ist unterdurchschnittlich ausgeprägt in Regionen, in denen die Fristen ohnehin vergleichsweise kurz sind, aber auch in Gebieten mit einer größeren Vielfalt in den aktuellen Lieferbeziehungen.

Als wesentlichen Bestimmungsgrund für einen Molkereiwechsel haben die Wissenschaftler neben dem Auszahlungspreis das Vertrauen in die jeweilige Molkereiführung identifiziert.

Ausgewertet wurden die Antworten von 769 Milcherzeugern in den Regionen Nordwest, Ost und Süd. Die betreffenden Landwirte repräsentieren rund 1,1 Prozent der deutschen Milchviehhalter und 3,7 Prozent der Milchmenge.

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