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Tierschauen und Vermarktung

Bullenparade in Höchstädt

von , am
18.06.2015

Ein fester Termin im Kalender vieler Fleckviehzüchter ist die traditionelle Bullenparade des Besamungsvereins Nordschwaben auf dem höchstädter Stationsgelände. Bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen waren die Besucherränge auch in diesem Jahr wieder gut gefüllt.

Die vier nachkommengeprüften Stiere (v.r.) Johann, Rutox, Imara und Indian im Ring. © Max Riesberg
Eröffnet wurde das Schaulaufen der insgesamt 41 Stiere gleich von einem Schwergewicht, nämlich dem Fleckvieh-Fleischbullen Hannibal PP (Hoeness PP x Baltasar PP), gezüchtet in Nordrhein Westfalen, der nicht nur reinerbig hornlose Nachkommen erwarten lässt, sondern aufgrund seiner Vererbungsleistung (tägliche Zunahme 1564 g) auch zur Anpaarung auf Milchvieh geeignet ist, um gute Mastprodukte zu erzeugen.

Ihm folgten drei junge, einheitliche und vielversprechende Manton-Söhne, nämlich Manitu (MV: Weburg), Malaysia (MV: Ratgeber) und Macarena (Manton x Winnipeg).

Die zwei besten Weltenburg-Söhne

{BILD:637138:jpg}Mit Weltass (GZW 148, MW 132) und Welthit (GZW 139, MW 127) wurden dem Publikum die zwei besten Weltenburg-Söhne präsentiert, die derzeit an einer Station stehen. Weltass hebt sich dabei unter seinen Brüdern besonders ab, denn er ist nicht nur der bestgetestetste Weltenburg-Sprössling, sondern aktuell auch das zweithöchste typisierte männliche Fleckviehtier überhaupt. Welthit ist ein reiner Inhaltstoffvererber mit guter Eutergesundheit (116) bei guter Melkbarkeit (113). Beide Bullen befinden sich derzeit im Prüfeinsatz.

Für die Stärke ihres Vaters Wille, vor allem in Sachen Milchleistung, traten Wiscona  (MV: Ruap) und Williams (MV: Inhof) vor die Zuschauer. Da der aktuell nach GZW führende Ausnahmevererber jedoch Träger von DW (Zwergwuchs) ist, eignen sich die Hälfte seiner männlichen Nachkommen nicht für die Besamung. Gezeigt wurden die zwei besten Wille-Söhne nach Euter: Wiscona (110) und Williams (112).

{BILD:637137:jpg}Außerdem wurden die Willenberg-Söhne Waechter und Watt gezeigt. Willenberg ist der beste Nachkommen geprüfte Wal-Sohn. Sowohl Waechter (GZW 130), gezüchtet von Fritz Köpernik aus Maitenbeth, als auch der Stier Watt (GZW 140), aus der Zucht von Georg Hoess aus Vogtareuth, stehen für die ausgeglichene Kombination mit dem Eutermacher Rau. Wobei Watt aufgrund der Tatsache, dass er Vanstein-, Winnipeg- und Malefiz-Blut-frei ist zudem interessant für die Linienführung und breit einsetzbar ist.

Parade-Bulle Everest setzt sich in Szene

{BILD:637139:jpg}Der Höchstädter Parade-Bulle Everest (Ermut x Winnipeg), gezüchtet von Siegfried Eberlein aus Flachslanden, setzte sich wie gewohnt vor der Zuschauertribüne in Szene und brachte als Verstärkung seinen Sohn Evento (MV: Vanstein) mit.

Anschließend trat das Höchstädter Urgestein Vanadin (Vanstein x Engadin x Boss) gleich mit zwei Söhnen in den Ring. „Er ist unser bester Nachkommen geprüfter Bulle der letzten drei Jahre und seit genau drei Jahren im Zweiteinsatz“, berichtete Bosselmann. Der GZW von 129 sei für Vanadins Alter sehr hoch und der Fleischwert mit 139 beim Fleckvieh in Doppelnutzung derzeit einfach nicht zu toppen. Daher wird Vanadin auch überregional und international stark eingesetzt. Leider ist er Träger von TP (Trombopathie).

Breite Palette an Hornlos-Bullen

{BILD:637140:jpg}Im Block der natürlich hornlosen Prüfbullen wurden Windows PP (Witam PS x Valero PS) und Vollgas PS (Valero PS x Ermut) gezeigt. Windows PP ist mit GZW 133 der aktuell beste reinerbige Hornlos-Bulle an Stationen. Seine Nachkommen sind zu 100% hornlos. Außerdem zeichnet er sich durch  positive Milchmengenvererbung von +761 Mkg aus.Vollgas PS wurde von der Station auf der Rinderzucht-Süd-Schau im Februar dieses Jahres in Weilheim für 99 000 Euro gekauft. „Das ist unser bisher teuerster Bulle. Aber die Hornlosigkeit wird immer wichtiger und von den Werten her kann er gut mit den Gehörnten mithalten“, versicherte Bosselmann. GZW 135, MW 125, FW 119, +817 kg Milch und ein  Kalbeverlauf paternal von  113 (genomisch) unterstreichen dies.

Gezeigt wurde außerdem  „ein Allrounder in Hornloszucht“, nämlich der MungoPp-Sohn Mupfel Pp (MV: Ruakana). Er ist Ralmesbach PS- und Irola PS-Blut-frei und in der aktuellen Stationsempfehlung. Als interessante Alternativen für die Anpaarung aus seltenen Blutlinien liefen Pazifik (Passion x Huascaran), Bossi (Busserl x Eilig) und Husky  (Hulkor  x Gebalot) auf.

Imposante nachkommengeprüfte Bullen

{BILD:637142:jpg}In den beiden Gruppen der Nachkommen geprüften Bullen zogen die teils recht imposanten Stiere: Johann (Holzmichl x Regio), Imara (Imposium x Vanstein), Indian (Inder x Waterberg), Rutox (Rurex x Regio), Vesper (Rureif x Morbo),  Grimm PS (Gebalot x Weinold) und Hadil (Hades x Wal) ihre Kreise vor dem Publikum. Hier dürfte wirklich für jeden etwas dabei gewesen sein.
   
 
© Text und Fotos: Max Riesberg
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