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Tiervermarktung

Kein Schlachten von hochträchtigen Säugetieren

von , am
04.09.2017

Seit 1. September 2017 gilt das Gesetz zum Verbot der Schlachtung hochträchtiger Säugetiere. Es ist verboten, ein hochträchtiges Säugetiere (im letzten Drittel der Trächtigkeit) zur Schlachtung abzugeben. Das haben Bundestag und Bundesrat bereits im Juni beschlossen. Schafe und Ziegen sind vom Gesetz zunächst ausgenommen, es betrifft in erster Linie Rinder und Schweine.

Ausnahmen für das Gesetz gelten nur im Tierseuchenfall oder im Einzelfall nach tierärztlicher Indikation. Im letzteren Fall muss die Indikation vom Tierarzt auf einer Bescheinigung vermerkt und vom Landwirt drei Jahre aufbewahrt werden. Liegen keine der beiden Ausnahmen vor, droht dem abgebenden Betrieb ein Bußgeld bis maximal 5000 Euro. Von Sanktionen wird abgesehen, wenn der Landwirt nachweisen kann, dass er nicht fahrlässig gehandelt hat (z. B. durch Dokumentation des negativen Trächtigkeitsbefundes nach einer Untersuchung). Nottötungen oder Notschlachtungen sowie die geltenden Transportbestimmungen werden durch dieses Gesetz nicht beeinflusst.

Absprache mit dem Hoftierarzt ist wichtig

Doch auch unabhängig vom Gesetz gibt es keinen wirtschaftlichen Grund für die Schlachtung eines hochtragenden Tieres. Auch wenn eine europäische Expertenkommission (EFSA) es als sehr unwahrscheinlich erachtet, dass Föten im letzten Drittel der Trächtigkeit Schmerzen empfinden können, sollte die Schlachtung eines hochtragenden Tieres grundsätzlich vermieden werden. Genaue Tierbeobachtung und rechtzeitige enge Absprache mit dem Hoftierarzt sind dafür besonders wichtig.

In Bayern werden laut Untersuchungen der Landwirtschaftlichen Qualitätssicherung Bayern nur 0,4 Prozent der weiblichen Rinder hochträchtig geschlachtet. Durch erfolgreiche Sensibilisierung konnte diese Zahl seit Projektbeginn um 0,2 Prozentpunkte auf 0,6 Prozent gesenkt werden.

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