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Tiervermarktung

Markt in Weilheim: Deutlich rückläufige Preise

Fleckviehkuh auf der Auktion
Weilheimer Zuchtverbände
am
23.02.2018

„Die Landwirte sind einfach total verunsichert“, so der Erklärungsversuch eines Berufskollegen für die doch deutlich niedrigeren Preise gegenüber dem letzten Zuchtviehmarkt im Januar.
In der Tat stellt die neue Düngeverordnung viele Landwirte vor ganz erhebliche Probleme, insbesondere was ihren Viehbesatz betrifft. Nicht Wenige sind mit der Anzahl ihrer Tiere und damit mit ihren GV Einheiten pro ha an der oberen Grenze. „Da ist man dann mit dem Kauf neuer Tiere eher vorsichtig“ ergänzt der Landwirt.

Aber auch die Situation am Milchmarkt, mit den leicht rückläufigen Auszahlungspreisen und eher negativen Aussichten belastete die Preise, besonders die bei den Jungkühen.

Bei den Kuhkälbern zur Zucht war das Angebot im Vergleich zu den letzten Märkten größer. Von den insgesamt 30 aufgetriebenen Fleckviehkuhkälbern zur Zucht fanden 25 Tiere einen Käufer.

Die Preisspanne der im Durchschnitt 94 kg schweren Kälber bewegte sich je nach Qualität der Tiere von 170 bis 435 €. Den Tageshöchstpreis erhielt ein sehr gut entwickeltes Hendrik-Kalb aus der Zucht von Schamberger Georg aus Beuerbach.

Jungbullen

Fleckvieh Jungstier

Leicht rückläufige Preise mussten auch die Züchter der Natursprungbullen hinnehmen. Die Erlöse für diese Kategorie lagen im Vergleich zum Januar Markt mit durchschnittlich 1855 € gut 100€ niedriger. Von den 23 zur Körung vorgestellten Bullen fanden 20 Tiere einen Käufer, wobei zwei Bullen von den hiesigen Besamungsstationen angekauft wurden.

Die Besamungsstation Bayern Genetik sicherte sich für 3600 € einen „späten“ Dryland-Sohn. Der sehr gut entwickelte Stier wurde gezüchtet und aufgezogen von Georg Orterer aus Antdorf. Von allen 158 genomisch getesteten Dryland-Söhnen hat der Bulle gereiht nach GZW den ersten Rang inne.

Besonders interessant für die Besamungsstationen war ein natürlich hornloser Zepter-Sohn, gezogen aus einer Leistungs-und Exterieur starken Grimm-Tochter. Der hervorragend entwickelte Bulle würde gezüchtet von Bernhard Bohnacker, Schäferberg und aufgezogen von Aumiller Anton aus Merching. Nach einem spannenden Bieterduell erhielt letztendlich die Besamungsstation Greifenberg für 46500 € den Zuschlag.

Jungkühe

Ein verhältnismäßig großes Angebot gab es auch bei den Jungkühen. Insgesamt wurden 83 Fleckvieh-Jungkühe aufgetrieben. Bei den 68 Tieren ohne Mängelansagen konnten 54 zu einem durchschnittlichen Preis von 1610 € verkauft werden. Die Preisspanne lag hier zwischen 1220 und 2150 €. Von den 15 Jungkühen mit Mängelansagen konnten lediglich 5 Tiere zu deutlich reduzierten Preisen abgesetzt werden. Den höchsten Erlös erzielte mit 2150€ eine aufgrund von Exterieur und Leistung vorgezogene Rotberg-Tochter. Die Jungkuh zeigte sich mit 30,8 kg Tagesgemelk sehr leistungsbereit und stammt aus der Zucht von Karl Käser  aus Deimenried.

Der nächste Zuchtviehmarkt findet am 15.März statt.

Für einen Exportankauf werden noch dringend Fleckvieh-Jungrinder im Alter von 9 – 12 Monaten gesucht. Die Mutterleistung muss in der 1.Laktation mindesten 6000kg, durchschnittlich 6500 kg Milch betragen.

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