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Tiervermarktung

Zuchtviehauktion Miesbach: Großviehmarkt trotzt Wetterkapriolen

von am
24.01.2018

Trotz schwieriger Witterungsverhältnisse fanden 182 Fleckviehtiere und viele Kaufinteressenten und Zuschauer den Weg in die Oberlandhalle nach Miesbach. Nach einem verzögerten Beginn entwickelte sich eine zügige Zuchtviehversteigerung.

Die 25 aufgetriebenen Jungstiere konnten samt und sonders an den Mann gebracht werden. 20 gingen in den Natursprung und kosteten im Schnitt genau 2000 €, bei einer Schwankung von 1800 bis 2500 €. Im Katalog ist immer häufiger das Zeichen für natürlich hornlos zu finden. Die insgesamt sehr gute Qualität der Jungstiere wurde durch fünf Besamungsstiere gekrönt.

Alle Stationen vertreten

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Losone-Sohn vom Betrieb Bernöcker/Miesbach © "Zuchtverband Miesbach"

Alle Stationen hatten Vertreter nach Miesbach geschickt, um sich teils lang anhaltende Winkerduelle zu liefern. Bei einem sehr gut typisierten Losone-Sohn von Franz Bernöcker aus Miesbach erhielt der Besamungsverein Neustadt/Aisch erst bei 51.500 € den Zuschlag. Die seltene Vaterlinie mit einer sehr leistungsstarken und langlebeigen Mutterlinie angepaart, gaben hier den Ausschlag.

Ebenfalls nach Neustadt kam ein natürlich hornloser Solero-Sohn von Georg Lechner aus Vogtareuth zum Grundpreis von 3600 €. Ein sehr gut vorgeschätzter Milchwert und die Eutervererbung waren hier die Argumente.

Ebenfalls hervorragende Preise erzielten zwei Stiere des Aufzüchters Anton Dauer mit 32.000 und 16.000 €: Einen Herzschlag-Sohn, gezüchtet von der Dinzenhofer GbR aus Rosenheim, sicherte sich die Rinder-Union Baden-Württemberg. Ein Walfried-Sohn aus der Zucht von Georg Rottmoser aus Rott a. Inn wurde zur Bayern-Genetik nach Landshut überstellt. Die Hauptrolle spielten dabei hervorragende genomische Werte und interessante Mutterlinien.

Für 3600 € ging ein Ducati-Sohn von Georg Melf aus Ascholding zur CRV nach Wasserburg. Hier waren wohl der mit 122 sehr hoch vorgeschätzte Euterzuchtwert und die seltene Vaterlinie kaufentscheidend.

Jungkühe zunächst verhalten

Zunächst etwas verhaltener wurde die Auktion bei den 182 vorgestellten Jungkühen fortgeführt. Nur bei fünf Tieren war den Verkäufern der Preis zu niedrig. Da sich das Preisniveau bis zum Ende recht konstant hielt, kam aber mit 1665 € am Ende ein nur unwesentlich niedrigerer Durchschnittspreis als vor Monatsfrist heraus. Mit 27,7 kg Tagesgemelk und 2,5 kg Minutengemelk waren die Mittelwerte recht ordentlich.

Sehr unterschiedlich waren dagegen die Gewichte und Euterqualitäten und damit auch die Preise zwischen 1020 € und 2300 €. Den Spitzenpreis erreichten gleich drei Tiere:

  • eine schwere Pandora-Tochter von Hans Niedermaier aus Pittenhart (32,1 kg Milch),
  • eine Rumgold-Tochter von Johann Schwaiger aus der Jachenau mit 721 kg Lebendgewicht (29,5 kg Milch),
  • eine Dehorn-Tochter aus dem Biobetrieb von Johann Kolb aus Bad Feilnbach (28,2 kg Milch).

Sehr gut bezahlt waren die neun verkauften Biojungkühe, da sie in Exterieur und Milchleistung durchaus mit ihren konventionellen Kolleginnen mithalten konnten. Immerhin 16-mal konnten die 2000 € überschritten werden, während 8-mal 1300 € nicht erreicht wurden. Zwei Jungrinder kosteten 740 €, drei Mehrkalbskühe 1523 €. 44, also genau ein Viertel der Zuchttiere, blieben im Verbandsgebiet, 80 im restlichen Bayern. 21 kamen nach Norddeutschland und vier Stiere sowie 28 Jungkühe gingen nach Holland, Belgien, Österreich und Südtirol.

Die nächste Zuchtviehauktion in der Miesbacher Oberlandhalle findet am 1. Februar 2018 statt.

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