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Tiervermarktung

Zuchtviehauktion Weilheim: Rind zum Rekordpreis und Viano-Nachzucht

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Die Mandrin-Tochter mit GZW 143 wurde für 42.500 € verkauft. © Josef Berchtold
von am
15.03.2018

Das war ein Paukenschlag auf dem Zuchtviehmarkt in Weilheim am heutigen Donnerstag, 15. März 2018: Neben dem normalen Auktionsvieh wurde eine Nachzuchtgruppe von Viano gezeigt und zwei genomisch hohe Rinder wurden zum Verkauf angeboten. Für Gesprächsstoff sorgte vor allem die 15 Monate alte Mandrin-Tochter von Andreas Kemser aus Rott: Sie wurde zum Rekordpreis von sage und schreibe 42.500 € ins Pfaffenhofener Zuchtgebiet verkauft. Hier zeigte sich einmal mehr, dass "hohe Zahlen" in der Zucht gefragt sind und beim Verkauf über allem stehen – das Rind verfügt über einen genomischen Gesamtzuchtwert (gGZW) von 143 Punkten.

Rekordpreis in Weilheim

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So sieht die Mandrin-Tochter mit dem genomischen Gesamtzuchtwert von 143 im Seitenbild aus. © Josef Berchtold

Auch im Milchwert mit 126 (+1092  –0,08  –0,04), im Fleischwert mit 116 und in der Fitness mit 123 sind die genomischen Werte hoch. Die Exterieurwerte des Rindes liegen bei Rahmen 96, Bemuskelung 86, Fundament 99 und Euter 109.

Die Mutter ist eine mittelrahmige und korrekte Manigo-Tochter. Die Erstlaktation von 6789 mit 4,17% Fett und 3,30% Eiweiß entstand zu der Zeit, als der Betrieb in der Umstellungsphase auf Bio war. Neben der Mutter stehen auch die Großmutter (V: Waldbrand) und die Urgroßmutter (V: Malibu) noch im Zuchtbetrieb.

7000 € für Imperativ-Tochter

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Die Imperativ-Tochter mit GZW 130, die für 7000 € ins Miesbacher Zuchtgebiet wechselt. © Josef Berchtold

Den zweithöchsten Preis von 7000 € erzielte eine knapp fünf Monate alte Imperativ-Tochter aus Hutera mit gGZW 130 bei MW 123 (+653 +0,07 +0,10), Fleischwert 119 und Fitness 109. Sehr gut sind Exterieurwerte mit Rahmen 111, Bemuskelung 100, Fundament 115 und Euter 120.

Das Rind mit der Blutführung Imperativ x Hutera x Vanadin x Hupsol x Winnipeg x Dionis geht zurück auf eine Kuhfamilie im Betrieb Dauer in Reichertshofen. Züchter und Verkäufer des Rindes war Ferdinand Bruckmeir aus Münsing, das Tier ging ins Miesbacher Zuchtgebiet.

Körperhafte Viano-Nachzucht

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Körperhafte Kühe im Ring: Die Nachzucht von Viano. © Josef Berchtold

Der Rotglut-Sohn Viano zählt zu den aktuellen Top-Vererbern der Besamungsstation Greifenberg. Die Nachzuchtgruppe mit sechs Kühen war ein weiteres Zuschauermagnet des Weilheimer März-Marktes. Viano verfügt über GZW 123, MW 119 (+644  +0,13  –0,03), Fitness 104 und Exterieur 121 Rahmen, 109 Bemuskelung, 112 Fundament und 112 Euter.

Die Kühe waren zwar in der Größe nicht ganz einheitlich, entsprachen im wesentlichen aber den Erwartungen des Balkendiagrammes: Große, breite, lange und tiefe Kühe mit ordentlicher Bemuskelung.

Kaufgrund Kuhfamilie

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Züchter Michael Deisenberger (M.) wird vom Greifenberger Stationsleiter Helmut Gossner (r.) und dem stellvertretenden Vorsitzenden Christoph Nieberle geehrt. © Josef Berchtold

Susanne Böhm verdeutlichte bei der Kommentierung der Nachzuchtgruppe, dass die gute Kuhfamilie bei Michael Deisenberger in Wielenbach ein maßgeblicher Grund zum Kauf des Jungbullen Viano war. Die Familie lasse sich bis auf eine Haxl-Tochter aus dem Jahr 1973 zurückverfolgen, so Böhm.

Vianos Mutter ist die rahmige Imposium-Tochter Mirasch, die aus einer fettstarken Holbo-Tochter Mirsch stammt. Züchter Michael Deisenberger wurde von Stationsleiter Helmut Gossner und dem stellvertretenden Stationsvorsitzenden Christoph Nieberle geehrt.

Vianos Vererbung

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So präsentierten sich die sechs körperhaften Viano-Töchter im Stall. Sie waren ein Zuschauermagnet beim Weilheimer März-Markt.   © Josef Berchtold

Zum Zeitpunkt des Ankaufes im September 2013 hatten gerade die ersten Rotglut-Töchter abgekalbt. Nicht nur im Kaliber der Kühe, auch im Kalbeverlauf fällt der Apfel nicht weit vom Stamm, sprich schlägt Viano nach seinem Vater: Bei Kalbeverlauf 86 sollte man Viano nicht auf Rinder einsetzen.

Auch die Töchterfruchtbarkeit mit 89 sollte man beachten. Die Stärken im Fitnessbereich sind die Melkbarkeit mit 122 bei Eutergesundheit 107, die Persistenz mit 115 und die Nutzungsdauer mit 112.

Im Exterieur überzeugen neben der Kapazität die guten Fundamente mit den trockenen Sprunggelenken, das bestätigte die Töchtergruppe. Im Zentralband bringt Viano (83) keine Verbesserung. Die Voreuter sind gut aufgehängt und die Zitzen tendieren auf die längere Seite. Hier kann Viano ein guter Ausgleichsstier für Kühe mit zu kurzen Zitzen sein.

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