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Fleckvieh hat den Mehrwert

Dieser Artikel ist zuerst in der Fleckvieh erschienen.

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von , am
24.08.2017

Immer mehr Betriebe suchen sich Alternativen oder Nischen bei der Vermarktung – vor allem auf dem Milch-Sektor (siehe dazu Rinderzucht Fleckvieh Heft 3/2016). Doch auch was die Fleischseite anbelangt, gibt es immer mehr Initiativen und Projekte, die den Absatz von qualitativ hochwertigem, aber auch naturnah erzeugtem Rindfleisch fördern. Wir haben einige Beispiele zusammengetragen.

Riegseer Weideochs

Familie Mayr im Stall mit Fleckvieh-Ochsen
Familie Mayr hat die Umstellung von Milchvieh auf Ochsenmast nie bereut. Rund 55 Weideochsen produzieren sie im Jahr und vermarkten diese an die Gastronomie. © Max Riesberg

Tierwohl, Regionalität und Kundenwunsch stehen im Vordergrund der Betriebsphilosophie von Familie Mayr. Unter dem Label Riegseer Weideochs vermarkten sie erfolgreich das Pemiumfleisch ihres Fleckviehs. Der Weg bis zum heutigen Betriebskonzept war nicht klar vorgezeichnet und nicht einfach zu realisieren. »Wir spielten schon Anfang der 1990er-Jahre mit dem Biogedanken. Damals haben wir noch gemolken. Die Preissituation war nicht zufriedenstellend und wir wollten erreichen, die Vermarktung in bäuerlicher Hand in Griff zu bekommen. Doch das funktionierte nicht«, berichtet Mayr. Enttäuscht seien er und seine Frau Veronika aus der Sache wieder ausgestiegen und hätten überlegt, wie es mit dem Betrieb weitergehen kann.

Weidewelt Frankenwald

Oelschlege mit Fleckvieh-Herde
Ralph Oelschlegel inmitten seiner Fleckviehherde. © Christine Endres

Mit dem Projekt Weidewelt Frankenwald werden Flächen, die schwierig zu bewirtschaften sind, gezielt mit Mutterkuhherden beweidet. Vermarktet wird das Fleisch an kleine Metzgereien in der Region. Die Mutterkuhherden der Mitgliedsbetriebe werden hier den Sommer über auf Wiesen geweidet, die maschinell nur schwer zu bewirtschaften wären. Für die 34 Mitgliedsbetriebe gibt es dafür 40 ct Zuschlag pro Kilogramm Fleisch.

 

Kalbinnen- und Ochsenmast auf der Alm

Matthias Mair mit Fleckvieh-Herde
Matthias Mair von der 'Tiroler ViehMarketing' ist für das Almmast-Projekt zuständig. © Ariane Haubner

Dass Almkühe beste Milch liefern, aus der hochwertige Milchprodukte hergestellt werden, ist weitläufig bekannt. Doch dass man auf den Gebirgsweiden auch Fleisch von höchster Qualität produzieren kann, ist sowohl bei den Landwirten als auch Verbrauchern noch nicht so geläufig. In diese Lücke möchte nun die 'Tiroler ViehMarketing' stoßen und startete vor etwa acht Monaten das Projekt Kalbinnen- und Ochsenmast auf der Alm. Der Tiroler Projektleiter Matthias Mair erklärt: "Wir wollen mit diesem Programm eine Alternative für Betriebe schaffen, die Grünland und Maschinen zur Verfügung haben, leicht in diesen Produktionszweig einsteigen können und diesen mit wenig Fixkosten weiterführen können." Ziel ist, ein Tiroler Markenprodukt zu schaffen, welches sich auch am anspruchsvollen regionalen Markt absetzen lässt.

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