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Management: Im Kälber-Kindergarten geht's rund

Dieser Artikel ist zuerst in der Fleckvieh erschienen.

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von , am
23.10.2017

Am Milchviehbetrieb der Familie Neichl im Landkreis Rosenheim bleiben die Kälber vier Wochen bei der Mutter.

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Marianne und Andreas Neichl praktizieren eine Form der muttergebundenen Kälberaufzucht. © Ariane Haubner

Marianne und Andreas Neichl aus Hörmating sind Milchviehhalter mit Leib und Seele. Sie halten 45 Fleckviehkühe mit weiblicher Nachzucht, die Kühe leben in einem hellen, luftigen Laufstall mit Auslauf, der im Jahr 1996 gebaut wurde. Seit einem Jahr stehen den Kühen rund 13 ha Standweide zur Verfügung. Damit ging für die Familie Neichl, sie besteht aus Andreas und Marianne, Andreas jun. und Michaela sowie den drei Enkelkindern, ein Traum in Erfüllung. Zweimal täglich werden die Kühe in einem Doppel-5er-Fischgrätenmelkstand gemolken, den Rest des Tages können sie entscheiden, ob sie auf der Weide oder im Stall verbringen wollen, zumindest von April bis November.

Auf den ersten Blick ein normaler bayerischer Milchviehbetrieb. Doch bei näherem Hinsehen werden einige Unterschiede deutlich. "Wir waren noch nie Vollgasbauern", erklärt Marianne Neichl, und mit der Umstellung auf einen Demeterbetrieb im Jahr 1988 habe sich daran erst recht nichts geändert. Die Kühe behalten ihre Hörner, werden in der Leistung und Fütterung nicht mit Kraftfutter gepuscht, werden nicht künstlich besamt und kalben erst mit 32 bis 35 Monaten ab.

Auch in der Kälberaufzucht gehen die Neichls einen etwas anderen Weg. Ein Weg, der von Demeter nicht vorgeschrieben ist, sondern sich eher aus Zufall so ergab. "Eigentlich war es Faulheit", räumt Marianne Neichl ein. "Wir dachten uns, dass unsere Kühe die Versorgung und Fütterung der Kälber viel besser als wir erledigen können. Wir begannen, die Kälber nach der Geburt einfach bei der Kuh zu lassen." Den ersten Tag verbringen die beiden in der Abkalbebox, sofern die Kuh nicht auf der Weide gekalbt hat. Wenn das Kalb stabil genug auf den Beinen ist, kommen die beiden wieder in die Herde.

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