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Management: Melkroboter – der Boom lässt nicht nach

Dieser Artikel ist zuerst in der Fleckvieh erschienen.

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Christine Endres, Fleckvieh
am
19.12.2017

Zuerst zögerlich, aber Automatische Melksysteme halten in immer mehr bayerischen Ställen Einzug. Unser ausführlicher Bericht mit umfassenden Tabellen.

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Seit Anfang der neunziger Jahre werden Melkroboter angeboten. In Bayern setzten die Betriebsleiter zunächst nur zögerlich auf diese moderne Technik. Seit 2007 gewinnt das automatische Melksystem (AMS) aber rasant an Bedeutung. So betrug der AMS-Anteil bei den Laufstallbetrieben vor zehn Jahren noch 1,7 Prozent, heute sind es stolze 17,6 Prozent.

Die meisten Laufstallbetriebe melken im Fischgrätmelkstand (6997 Betriebe). Der Melkroboter hat bereits in 1943 Betrieben Einzug gehalten und steht damit auf Rang zwei der beliebtesten Melksysteme in Bayern. Es folgen der Tandemmelkstand in 1529 Betrieben sowie der Side-by-Side-Melkstand in 420 Betrieben. Am seltensten sind in den bayerischen Strukturen Betriebe mit Melkkarussell (137) anzutreffen.

Herdengrößen im Vergleich

Der Betriebsvergleich der Laufstallbetriebe nach Melksystem zeigt, dass Betriebe mit Karussell deutlich mehr Kühe halten als Betriebe mit anderen Melksystemen. Die Herdengröße der Betriebe mit den verschieden Melkständen (57 bis 76 Kühe) sowie AMS (76 Kühe) ist in etwa gleich.

Beim Leistungsranking liegen AMS-Betriebe mit durchschnittlich 7934 kg Milch etwas über den Melkstand-Herden und unter denen, die im Karussell gemolken werden. Bei der Erstlaktationsleistung, der durchschnittlichen Gesamtleistung sowie der Lebenstagsleistung liegen die AMS-Herden mit den Melkstand-Herden nahezu gleichauf, nur die Herden, die mit einem Karussell gemolken werden, schneiden hier deutlich besser ab.

Leistungsentwicklungen im Vergleich

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Blickt man auf die Leistungsentwicklung der vergangenen zehn Jahre, so stellt man bei den Laufstallbetrieben eine gleichmäßige Steigerung der durchschnittlichen Herdenleistung über alle Melksysteme hinweg fest. Die durchschnittliche Zellzahl der AMS-Betriebe bewegt sich mit 205 Zellen im Schnitt unter dem Wert der Karussellbetriebe und auf einem vergleichbaren bis etwas höheren Niveau der Betriebe mit Melkstand. Dieser Wert hat sich im Verlauf der vergangenen zehn Jahre kaum verändert.

AMS-Betriebe im Vergleich

Im Laufe der Zeit installieren immer mehr AMS-Betriebe mehr als nur eine Melkbox im Stall. In Bayern melken Betriebe mit bis zu vier Robotern gleichzeitig. Wie in Tabelle 2 zu sehen ist, setzen Holstein-Betriebe anteilig öfter auf einen Roboter (19 % aller Holstein-Betriebe). Es folgen die Fleckviehbetriebe, hier melken elf Prozent mit automatischen Melksystemen. Die Braunviehbetriebe sind im Vergleich etwas zurückhaltender mit der automatischen Melktechnik, nur bei acht Prozent der Betriebe sind hier Melkroboter im Stall zu finden.

Unter den verschiedenen AMS-Herstellern hatte Lely zunächst mehrere Jahre den mit Abstand den höchsten Marktanteil. Seit rund fünf Jahren liegen die Hersteller Lely und DeLaval ungefähr gleich auf. Aktuell hat DeLaval mit einem Marktanteil von 37,36 Prozent sogar knapp die Führung übernommen. Lely liegt aktuell bei 36,64 Prozent. Darüber hinaus haben GEA (14,82 Prozent Marktanteil) und Lemmer Fullwood (9,47 Prozent Marktanteil) eine nennenswerte Bedeutung.

Mit Material von Dr. Sonja Hartwig/LKV Bayern
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