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Stierporträts: Waldler und Walfried – aufgestiegen und oben geblieben

Dieser Artikel ist zuerst in der Fleckvieh erschienen.

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von , am
24.08.2017

Mit der Stauchung der Zuchtwerte im niedrigen und mittleren Sicherheitsbereich im April 2016 tauchten im Spitzenfeld der Gesamtzuchtwertliste wieder vermehrt nachkommengeprüfte Stiere auf. Darunter die Halbbrüder Waldler und Walfried.

Beide Bullen sind Jahrgang 2010, also späte Söhne ihres Vaters. Dass ein Vererber über fünf Jahre hinweg Söhne für die Besamung liefert, ist eher selten. Ungewöhnlich ist auch, dass vor allem die Nachzügler zur Höchstform auflaufen, schließlich sind sie über den Zuchtwert ihres 'alten' Vaters schon stärker von dessen Abschreibung betroffen. Bei deren Geburt war Wal immerhin schon elfjährig und ihr bekannter Halbbruder Willenberg ein fünfjähriger Stier.

Waldler

Fleckviehstier Waldler
Fleckvieh-Stier Waldler, gezüchtet von Thomas Scharnagel in Mähring. © KeLeKi

Mit GZW 132 ist Waldler, der im Dezember 2015 den Status nachkommengeprüft erreichte, die aktuelle Nummer 14 der Top-Liste. Der Blick auf seine Zuchtwerte zeigt einen Doppelnutzungsvererber auf hohem Niveau. Gute Milchleistung in Kombination mit einem ebenso guten Fleischwert und hohem Fitnesswert zeichnen ihn aus. Schwächere Inhaltsstoffe (– 0,32 und – 0,13) drücken seinen Milchwert allerdings trotz + 809 kg auf einen Wert von 109. Das Balkendiagramm verspricht mittelrahmige, bestens bemuskelte Kühe. Die Euter sind im Voreuter gut ausgeprägt und gut an die Bauchdecke angebunden. Ein Augenmerk sollte man auf das Zentralband (ZW 89) und die Strichlänge (ZW 89) legen. Beim Fundament vererbt Waldler gerne sein steileres Hinterbein (75).

Walfried

Fleckvieh-Stier Walfried
Walfried (GZW 133) kam erst im Dezember 2016 in die gezielte Paarung. © Bayern-Genetik

Walfried, der seit August 2015 im Zweiteinsatz ist, kommt auf rund 15.300 Erstbesamungen und war damit die Nummer 6 der beliebtesten nachkommengeprüften Stiere in 2016. Mit GZW 133 hat Walfried seinen Halbbruder aktuell knapp überholt. Im Milchwert liegt er bei +724 kg und somit etwas unter Waldler. Dafür sieht Walfried bei den Inhaltsstoffen etwas besser aus (– 0,08 und – 0,05). Bei mittlerem Fleischwert gehört auch Walfried in den Fitnessmerkmalen zur absoluten Spitzenklasse (ZW FIT 124). Lediglich in der Melkbarkeit erreicht er keinen dreistelligen Wert (95), konnte sich aber von 90 im August 2015 hocharbeiten. Zellzahl und Eutergesundheitswert sind überragend. Wie Waldler verspricht auch Walfried eine hervorragende Persistenz bei seinen Töchtern. Im Exterieur lässt er mittelrahmige Kühe mit guter Bemuskelung erwarten.

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