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Betriebsreportage

Tier statt Technik

Dieser Artikel ist zuerst in der Fleckvieh erschienen.

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Familie Niederbuchner
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Ariane Haubner, Fleckvieh
am
19.10.2018

Betriebsleiter Christian Niederbuchner und seine Neffe Seppi, der bei ihm am Betrieb angestellt ist, haben eines gemeinsam- sie sind leidenschaftliche Milchviehhalter und Fleckviehzüchter. Am Betrieb am Ortsrand von Nussdorf im Landkreis Traunstein dreht sich (fast) alles um die Fleckviehkühe. Hier werden professionell Kühe gehalten und gezüchtet. Bei näherem Hinsehen erkennt man aber schnell, dass dies auch ohne allzu viel technischen Aufwand bestens funktioniert.

Außenfuttertisch der Familie Niederbuchner

Bereits 2005 wurde der Stall für zunächst 50 Kühe ausgesiedelt. Zuvor lebte die Familie mit 34 Kühen im Anbindestall in der Ortsmitte von Nussdorf. 2007 folgte das Wohnhaus. Im Jahr 2012 wurde der Stall um 20 Außenliegeboxen und einen Außenfuttertisch erweitert und 2016 erfolgte die Erweiterung auf 110 Kühe. Niederbuchners haben dabei stets auf viel Eigenleistung gesetzt und konnten dadurch die Kosten relativ gering halten. In der großen Familie, in der es einen starken Zusammenhalt gibt, findet sich fast für jedes Handwerk ein Spezialist. »Bis auf die Stallhülle haben wir fast nichts zugekauft«, erzählt Christian Niederbuchner rückblickend. Auch der Anbau 2016 konnte dadurch günstig bewerkstelligt werden. 4000 Euro pro Platz reichten hier aus.

Kaufen und verkaufen

Witam-Tochter Pega

»Die Aufstockungsphase ist jetzt beendet, der Stall ist voll, die Selektionsphase kann beginnen«, sagt auch Christian Niederbuchner voller Tatendrang. Bei einer Herde mit rund 9500 kg Herdenleistung, einer durchschnittlichen Erstlaktation von rund 8500 kg und jeder Menge exterieurstarker Kühe im Stall, können sich auf diese Selektion wahrscheinlich vor allem die Kunden am Zuchtviehmarkt freuen. Im Gegenzug kaufen die beiden Züchter aber auch mal gerne ein weibliches Zuchtkalb am Markt zu und beweisen dabei ein glückliches Händchen. Schon öfters haben sich aus den Zukaufstieren passable, züchterisch interessante Milchkühe entwickelt.

Auf das Pedigree und die Kuhfamilie achten

Rinderzucht-Fleckvieh-Hutera-Etera-Niederbuchner

Züchten sei heute in erster Linie nur noch Papierrumgeschiebe, so die Meinung von Seppi Niederbuchner. »Wenn man die passenden Bullen finden möchte, muss man schon etwas hinter die Zahlen schauen«, davon ist der aktive Jungzüchter überzeugt. Die Kuhfamilien und die Kombination der Bullen im Pedigree sind da ein wichtiges Kriterium. Wenn aus einer Kombination wie zum Beispiel Wyoming × Mandela × Waterberg am Ende ein positiver Eutervererber stehen würde, dann sei das schon ein großer Zufall, da sind sich Onkel und Neffe einig.
Mit diesem Ansatz und der Überzeugung, dass man vor allem einzelne genomische Jungvererber nicht zu stark einsetzt, sind Niederbuchners bisher recht gut mit der genomischen Zuchtwertschätzung gefahren. Deshalb wurde der Anteil der genomischen Jungvererber bei den Besamungen auf etwa 75 Prozent gesteigert.

Mehr über die Familie Niederbuchner lesen sie in der aktuellen Ausgabe der

Rinderzucht Fleckvieh

 

Fleckvieh

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