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Ausgezeichnet: Wohlfühlen für Tier und Mensch

Dieser Artikel ist zuerst in der Fleckvieh erschienen.

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Ariane Haubner, Rinderzucht
Ariane Haubner, Fleckvieh
am
22.12.2018

In diesem Jahr erhielt die Familie Schwimmer aus St. Wolfgang im Landkreis Erding für ihren innovativen Kälberstall den Nutztierwohlpreis des bayerischen Landwirtschaftsministeriums.

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Es ist Winter 2015 im Erdinger Landkreis: Milchviehhalter Johann Schwimmer kümmert sich um eine frisch abgekalbte Kuh und ihr Kalb. "Nachdem ich das Kalb endlich gut versorgt im Iglu hatte, bin ich total frustriert ins Haus, ich hatte von der Arbeit mit den Kälberiglus bei uns am Hof die Schnauze gestrichen voll. Ich hab mich gleich an den Computer gesetzt und begonnen, im Internet nach Alternativen zu suchen." So beginnt die Geschichte über den neuen Kälberstall der Familie Schwimmer, die darin gipfelt, dass das innovative Stallkonzept von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber im August diesen Jahres mit dem bayerischen Nutztierwohlpreis ausgezeichnet wurde.

Ein Preis, über den sich die Familie enorm gefreut hat, stecken in dem Projekt doch unzählige Stunden an Recherche, Planung und detailreicher Umsetzung sowie zu guter Letzt auch eine hohe Investitionssumme, für die es zudem keinerlei Förderung gab.

 

Amerikanische Kälberställe als Vorbild

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Zunächst wollte Schwimmer einen Holsteiner Kälberstall bauen, kam aber zu der Überzeugung, dass diese Stallform für süddeutsche Verhältnisse nicht optimal ist. Bei seinen Recherchen stieß er auf Berichte über neuartige Kälberställe in den USA. Neben Tierkomfort und -gesundheit spielt hier auch der Komfort für den Menschen eine wichtige Rolle, denn es hat sich dort gezeigt, dass die Kälber schlechter versorgt werden, wenn der Mensch den äußeren Wetterbedingungen ungeschützt ausgesetzt ist. "Mir war aber auch klar, dass dieses amerikanische System nicht 1:1 auf süddeutsche Verhältnisse übertragbar ist, da unsere Betriebe in der Regel viel kleiner sind, die Kälber länger im Stall stehen und somit ein Rein-Raus-Prinzip schwierig ist", erklärt Schwimmer, der das Grundprinzip seines Stalles selbst entworfen hat. Ihm war außerdem wichtig, dass der Stall auch in 15 oder 20 Jahren noch Akzeptanz beim Verbraucher findet.

Nach einiger Zeit des Suchens fand Schwimmer schließlich Firmen, die die passenden Stalleinrichtungen und Belüftungssysteme liefern konnten und mit ihm seinen Prototyp eines Kälberstalles umsetzten. Die Kälberboxen sind mit einer Breite von 1,22 m und einer Tiefe von 2,3 m Sonderanfertigungen, damit Schwimmer mit seinem Schlepper entmisten kann. Auch der Curtain ist ein Prototyp und öffnet oben und unten gleichzeitig, um einen besseren Luftaustausch zu ermöglichen. Die Stalleinrichtung ist extrem flexibel und der gesamte Kälberstall kann an einem Nachmittag komplett gesäubert werden. Bei Bedarf ist aber auch der Bereich der Kälberboxen schnell einmal zwischendurch gemistet, stellt der Landwirt erfreut fest.

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Den vollständigen Artikel über Familie Schwimmer gibt es in Rinderzucht Fleckvieh 1/2018 auf Seite 46/47.

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