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Zucht Spezial: Die Zukunft der Fleckviehzucht in bäuerlicher Hand

Dieser Artikel ist zuerst in der Fleckvieh erschienen.

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Ariane Haubner, Fleckvieh
am
19.12.2017

Bleibt die Fleckviehzucht in bäuerlicher Hand? Was muss dafür getan werden oder sind die Weichen schon gestellt? Wir fragten bei Dr. Johannes Aumann, Albrecht Strotz und Reinhard Scherzer nach.

Albrecht Strotz: Das Schicksal selbst in der Hand haben

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Ich halte es für wichtig, dass die Fleckviehzucht in bäuerlichen Händen bleibt. Das kann davor bewahren, dass die Landwirte in Abhängigkeit von internationalen Konzernen geraten. Hinter kommerziellen Zuchtunternehmen stehen kapitalkräftige Investoren, deren Bestreben es in erster Linie ist, Rendite zu erzielen. Mit Patenten und aggressiven Verkaufsstrategien, aber auch der konsequenten Nutzung neuer Möglichkeiten wird versucht, die Dominanz am Markt zu erreichen und Abhängigkeiten zu schaffen. Langfristige Fleckviehzucht und die Zufriedenheit der Landwirte mit den Tieren ist diesem Ziel untergeordnet.

Im Selbstverständnis bäuerlicher Organisationen steht dagegen die Zufriedenheit der Landwirte mit den Tieren bei möglichst niedrigen Spermapreisen und die langfristige Entwicklung der Population im Vordergrund.

Dr. Johannes Aumann: Das richtige Maß nicht verlieren

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Die Fleckviehzucht ist ein großes 'bäuerliches' Erfolgsmodell. Es ist die Arbeit unserer Züchter in Zusammenarbeit mit den Organisationen. Um dies auch in Zukunft zu gewährleisten, ist aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen eine noch engere Kooperation der Organisationen mit den Züchtern notwendig. Die Besamungsbullen werden zwar zum großen Anteil von den Züchtern mit Unterstützung der staatlichen Zuchtberatung und zum Teil mit Einfluss der verschiedenen Organisationen 'erzeugt', aber von einer strategischen Zuchtplanung sind wir noch weit entfernt.

Reinhard Scherzer: Eine Reise ohne Wiederkehr

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Ich glaube, dass jede neue Entwicklung sowie Erkenntnisse in der Wissenschaft, die wirtschaftliche Vorteile für die Stationen bringen, auch stattfinden werden. Keine bäuerliche Organisation hat die Möglichkeit das aufzuhalten. Der Weg führt uns zu Nukleusherden, in denen Fleckviehzucht betrieben und Genetik produziert wird. Vielleicht sind auch da noch bäuerliche Organisationen dabei, aber Bauern mit Sicherheit nicht mehr.

Vollständige Interviews als Download

Den Bericht finden Sie im Heft 1 auf Seite 20 und 21.
Die ausführlichen Antworten unserer drei Interviewpartner können als pdf heruntergeladen werden:

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