Agrarpolitik „Gemeinwohlprämie“ soll Landwirte für Umweltleistungen entlohnen

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Die Landschaftspfleger in Deutschland halten einen neuen Förderansatz in der europäischen Agrarumweltpolitik für geboten.

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Mit Blick auf die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2020 stellte der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) in der bayerischen Vertretung in Brüssel ein Fördersystem vor, bei dem die Landwirte für ihre individuellen Gemeinwohlleistungen in den Bereichen Biodiversität, Klima- und Gewässerschutz über eine „Gemeinwohlprämie“ honoriert würden. Dabei könnten Landwirte unternehmerisch frei entscheiden, auf welchen Flächen sie Gemeinwohlleistungen erbringen oder ob sie die Produktion in den Vordergrund stellen wollten.

Der DVL-Vorsitzende und CSU-Bundestagsabgeordnete Josef Göppel erklärte, während bisher den Landwirten eher Hürden gesetzt worden seien, um Zahlungen wie die Greeningprämie zu erhalten, würden mit der Gemeinwohlprämie die aktuell erbrachten Umweltleistungen über Punkte bewertet und entgolten. Das sei ein entscheidender Perspektivwechsel für die GAP, be-tonte Göppel. Er verwies auch darauf, dass es bereits vergleichbare Überlegungen im französischen Landwirtschaftsministerium gebe.

Uwe Dierking von der DVL-Koordinierungsstelle Schleswig-Holstein berichtete, dass die „Gemeinwohlprämie“ anhand eines Modellprojekts in dem nördlichen Bundesland zusammen mit Praxisbetrieben entwickelt und durch Freilanduntersuchungen überprüft worden sei. Hierbei handele es sich um eine Bewertungsmethode, mit der landwirtschaftliche Gemeinwohlleistungen anhand von Betriebsdaten ermittelt und durch einen Gesamtpunktwert abgebildet würden. Die Landwirte könnten dann über einen Betriebsrechner die Wirtschaftlichkeit der Umweltmaßnahmen kalkulieren und entscheiden, ob es sich für sie lohne, mehr Nahrungsmittel oder mehr Umweltleistungen zu produzieren.