Internationale Milchwirtschaft Reform der EU-Milchmarktpolitik zwingend

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Im Zuge der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) dürfte es auch zu Anpassungen an der europäischen Milchmarktpolitik kommen.

Nahaufnahme vom Melkstand © countrypixel/fotolia.com Bild vergrößern

Auf dem „Milchgipfel“ in der sächsischen Vertretung in Brüssel forderte EU-Agrarkommissar Phil Hogan die Teilnehmer des Gipfels deshalb auf, sich in die Debatte um die anstehende Agrarreform einzubringen. Eine der größten Herausforderungen mit Blick auf den Milchmarkt sieht der Ire darin, die enorme Preisvolatilität bei den Milcherzeugnissen in den Griff zu bekommen.

Im Hinblick auf die GAP-Reform gab Hogan zu bedenken, dass die europäische Politik durch den geplanten Austritt Großbritanniens in ihren Budgets eingeschränkter sein werde. Dies werde sich mit großer Sicherheit auch auf den Agrarhaushalt auswirken. Daher müssten die vorhandenen Finanzmittel noch effizienter eingesetzt werden, betonte der Agrarkommissar.

Eher skeptisch beurteilt Hogan daher das Mittel direkter Preisstützungen durch die Politik. Rückenwind erhielt er in diesem Punkt vom CDU-Europaabgeordneten Dr. Peter Jahr. Solche Maßnahmen wären vergleichsweise teuer, erklärte Jahr. Er sieht insbesondere bei der Ausgestaltung der Verträge zwischen Erzeugern und Molkereien Handlungsbedarf. Hierbei sei es besonders wichtig, dass es zu klaren Verabredungen über die Mengen und Auszahlungspreise komme.

Als Vorbild nannte Jahr den Getreidemarkt. Gegenüber AGRA-EUROPE bekräftigte der Agrarpolitiker, dass es Aufgabe der Politik sei, diese Rahmenbedingungen sicherzustellen. In der Podiumsdiskussion waren sich indes alle einig, dass eine Reform auch der EU-Milchmarktpolitik zwingend notwendig sei.