Milchwirtschaft Tiefpunkt wohl erreicht

von , am

Die führenden Molkereien in der Europäischen Union haben im Juni 2016 ihre Auszahlungsleistung mehrheitlich stabil gehalten oder nur noch wenig gekürzt.

Weitere Abschläge beim Milchgeld sind in den Folgemonaten kaum zu erwarten. Davon geht zumindest der niederländische Bauernverband (LTO) im Rahmen seines aktuellen Milchpreisvergleichs für 15 führende Molkereiunternehmen in Nord- und Mitteleuropa aus.

Demnach wurden im Juni für Standardmilch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß durchschnittlich 25,14 ct/kg gezahlt; das waren 0,18 ct/kg oder 0,7 % weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Juni 2015 erhielten die Erzeuger allerdings 5,01 ct/kg oder 16,6 % weniger Geld für ihren Rohstoff.

Noch nie seit Beginn des Preisvergleiches im Jahr 1999 sei das Milchgeld in einem Juni niedriger ausgefallen, betonte der LTO. Nach dessen Angaben resultierte der leichte Abschlag beim mittleren Preis aller betrachteten Molkereien im Berichtsmonat vor allem aus dem um jeweils 1 ct/kg auf 20,25 ct/kg gekürzten Milchgeld beim Deutschen Milchkontor (DMK) und Doc Kaas; damit zierten die im Frühjahr fusionierten Unternehmen das Ende des LTO-Vergleichs.

Auch beim gleitenden Mittel der vergangenen 12 Monate lag die DMK mit einem Wert von 24,85 ct/kg klar unter dem vom niederländischen Bauernverband errechneten Durchschnitt von 28,14 ct/kg für alle Molkereien. Allerdings sind darin nicht alle gezahlten Zuschläge erfasst. Auch Arla senkte seinen Auszahlungspreis im Juni, und zwar um 1,3 ct/kg auf 24,54 ct/kg. Die Genossenschaft belegte damit einen Mittelfeldplatz. Leichte Abschläge von maximal 0,3 ct/kg gab es zudem bei den beiden französischen Molkereien Savenica und Lactalis sowie bei der britischen Dairy Crest.

Foto Startseite: countrypixel (Fotolia.com)