Milchwirtschaft Warnungen vor milchpolitischem Kurswechsel

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Die Warnungen vor einem milchpolitischen Kurswechsel werden lauter. Der Milchindustrie-Verband (MIV) wandte sich mit Nachdruck gegen eine Rückkehr zu „wie auch immer gearteten staatlichen Eingriffen und zeitlich befristeten Regelungen“.

Überlegungen, wie sie derzeit von einigen Landesministerien angestellt würden, wies MIV-Hauptgeschäftsführer Eckhard Heuser am 09. Juni 2016 als „kontraproduktiv“ zurück. Aus seiner Sicht würde damit lediglich die Bürokratie erhöht, nicht jedoch der Milchauszahlungspreis.

Ähnliche Stimmen kamen aus der Wissenschaft. Agrarökonomen der Universitäten Berlin, Göttingen und Rostock sprachen sich für einen marktwirtschaftlichen Weg zur Bewältigung der gegenwärtigen Krise aus. Die Aushebelung des Marktes sei das falsche Instrument, um den Landwirten zu helfen, heißt es in einem gemeinsamen Papier von neun Wissenschaftlern.

Die Spitzen des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und genossenschaftlicher Molkereien wandten sich gegen gesetzgeberische Eingriffe in die Gestaltung der Lieferbeziehungen. Bei einem Treffen in Berlin verständigten sich beide Seiten auf Grundzüge für ein gemeinsames Vorgehen.

Erstmals kündigte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt an, er wolle weitere finanzielle Hilfen für Milchviehbetriebe an eine Begrenzung der Milchmenge koppeln. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus will für den 15. Juli zu einer Sonderagrarministerkonferenz (AMK) in Brüssel einladen. An der sollen auch EU-Agrarkommissar Phil Hogan und der französische Ressortchef Stéphane Le Foll teilnehmen.