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Tiervermarktung

Gute Nachfrage nach Natursprungstieren am Miesbacher Viehmarkt

am Dienstag, 17.11.2020 - 09:40

Die 14 angebotenen Zuchtstiere des Marktes fanden zügig und zu gerechten Preisen einen Käufer.

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Den Spitzenpreis erzielte ein Hurly-Sohn, den die Besamungsstation Marktredwitz- Wölsau für 5.900 € ersteigerte. Für einen Einkauf einer Besamungsstation spielt oft der Gesamtzuchtwert eine entscheidende Rolle. Dieser Stier aus dem Zuchtbetrieb Robert Lechner aus Sauerlach gehört zwar zu den besten 10 Prozent von 718 getesteten Halbbrüdern, für den Kauf entscheidend waren jedoch andere Faktoren. Der Muttervater Erbhof ist nicht besonders verbreitet im nordbayerischen Zuchtgebiet. Entscheidender dürfte aber die Tatsache sein, dass der Stier einen durchschnittlichen Zuchtwert in der Melkbarkeit besitzt. Dies gilt als die Schwäche seines Vaters Hurly. Unterstützend kommt dazu, dass sowohl Mutter als auch Großmutter des Stieres Melkbarkeiten über 3 kg Milch pro Minute ausweisen und die Mutter mit einer sehr guten Fundamentnote bewertet ist. Eine Fundamentnote von 92 kommt wahrscheinlich nur bei etwa 10 Kühen im Zuchtgebiet vor. Doch auch die Preise der Natursprungstiere, viermal erfolgte der Zuschlag erst über 2000 €, bringt gewisse Motivation in die Stieraufzucht. So wurde ein Votary- Sohn aus dem Zuchtbetrieb Johann Vogl aus Magnetsried, Seeshaupt und ein Mainstream- Sohn von Georg Melf aus Ascholding, Dietramszell für 2.350 und 2.200 € verkauft. Beide liefern zu 50 % hornlose Kälber. Es konnten aber auch Anton und Monika Dauer aus Reichertshofen und Kaspar Reiser aus Lenggries über 2.000 € für einen Hutubi- und einen Evergreen- Sohn erlösen. Im Mittel kosten die Natursprungstiere 1.871 €.

Eine  Zweitkalbskuh wurde für 1.800 € und eine Drittkalbskuh für 1.400 € versteigert. Eine Kalbin fand für 1.320 € einen neuen Eigentümer.

Ein breites Angebot an Jungkühen zeichnet den Miesbacher Markt aus. Jungkühe wurden mit Milchleistungen von 19 bis 35 kg Milch zum Verkauf angeboten. Dies ist richtig so. Nicht jeder benötigt eine Jungkuh mit einer Milchleistung über 30 kg, da in manchen Betrieben die Futtergrundlage nicht da ist, bzw. der Betrieb nicht mit hohen Kraftfuttermengen in die Ration gehen möchte. Sucht aber ein Betrieb leistungsstarke, überdurchschnittliche Jungkühe im Fundament und Euter, ist er in Miesbach auch am richtigen Marktort. Eine Preisspanne der Versteigerungspreise von 920 bis 2.250 € ist dann folgerichtig. Für 2.250 € erfolgte bei drei Kühen der Zuschlag.  Zwei dieser Jungkühe ersteigerte das Viehhandelsunternehmen Kuenen aus den Niederlanden, wobei es sich um eine Votary- Tochter aus dem Zuchtbetrieb Johann Eberl aus Arget und um eine Weidenberg- Tochter des Züchters Franz Bernöcker aus Moar am Hof, Hausham handelte. Die dritte Zuchtkuh wechselt an einen Mühldorfer Züchter, wobei die Jungkuh aus den Zuchtbetrieb Nikolaus Vogt aus Brannenburg kommt. Im Preisniveau nur unwesentlich zurück blieben weitere 19 Jungkühe, die noch einen Versteigerungspreis über 2.000 € erreichten. In der Preiskategorie 1.900 bis 2.000 € wurden nochmals 15 Jüngkühe verkauft. Unter 1.400 € mussten 14 Jungkühe abgegeben werden. Ein Verkauf zu Preisen zwischen 1.000 und 1.400 € bringt immer noch eine höhere Wertschöpfung als junge Kühe für 600 bis 800 € zum Schlachten abzugeben. Der Durchschnittspreis für die 119 verkauften Jungkühe lag bei 1.693 €.

36 Zuchttiere blieben im Zuchtverbandsgebiet, 44 fanden neue Besitzer innerhalb Bayerns. 2 Stiere und 8 Jungkühe  gehen an Milchviehbetriebe aus Niedersachsen und 2 Stiere, 43 Jungkühe und eine Kalbin ersteigerten sich Viehhandelsunternehmen aus den Niederlanden und Südtirol.

Die Versteigerungen finden unter den geltenden Covid-19 Maßnahmen statt. Wir möchten uns bei allen Markthelfern, Verkäufern und Kaufinteressierten für die gezeigte Disziplin bei dieser Versteigerung bedanken. Nur mit Eurer Mithilfe können auch die nächsten Großviehversteigerungen ausgerichtet werden.

Die nächste Versteigerung für Großvieh erfolgt 25. November.