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Tiervermarktung

Weilheim: Viele Kaufinteressenten sorgen für gute Preise bei Jungkühen

am Donnerstag, 22.10.2020 - 16:06

Einen erfreulichen Verlauf nahm der jüngste Großviehmarkt in Weilheim. Obwohl sich wenig Personen in der großen Halle aufhielten, handelte es sich hierbei fast ausschließlich um Kaufinteressenten und Verkäufer von Jungkühen. Selbst hier nehmen auch immer mehr das Angebot des Verbandes in Anspruch, die Kühe ohne Führer freilaufend zu versteigern. Durch den Marktservice des Verbandes müssen sie nicht persönlich anwesend sein.

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An die Besamungsstation in Neustadt konnte ein Weissensee-Sohn aus dem Zuchtbetrieb Robert Lechner aus Sauerlach zum Preis von 6.100 € verkauft werden. In der Vorauswahl fallen neben den Gesamtzuchtwert sehr gute Fitnesswerte in der Eutergesundheit, Nutzungsdauer, Persistenz sowie gute Zuchtwerte in Fundament und Euter auf.

Für den Kauf entscheidend war jedoch das Exterieur und die Leistung der Mutter und von einigen Nachkommen aus der C-Linie im Betrieb. Vor dem Verkauf wurden die Kühe durch die Käuferin Julia Hofmann inspiziert. Eine sehr gute Nachfrage genießen Stiere, die die genetische Hornlosigkeit reinerbig vererben. So konnte Johann Grad aus der Gemeinde Brannenburg für einen Volltreffer-Sohn 2.950 € als Versteigerungspreis erzielen. Noch zwei genetisch hornlos vererbende Stier aus den Zuchtbetrieben Franz Leitner aus Schliersee und Peter Gasteiger aus Hausham erhielten bei 2.050 € den Zuschlag. Weitere 9 Stiere wechselten für Versteigerungspreise zwischen 1.400 und 1.950 € den Besitzer. Vier Stiere wurden wegen eines zu geringen Gebotes nicht abgegeben.

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Eine angebotene Kalbin fand für 1.800 € einen neuen Besitzer. Die 5 Zweitkalbskühe, deren aktuelle Milchleistung im Mittel bei 30,3 kg Milch liegt, erhielten bei durchschnittlich 1.508 € den Zuschlag. Die Preisspanne lag zwischen 1.020 und 2.000 €.

Bei der Jungkuhversteigerung bewahrheitete sich einmal mehr die alte Weisheit: Ein hohes Angebot zieht entsprechend Kaufinteressenten an, was sich positiv auf den Steigerungsverlauf auswirkt. Bei 133 Jungkühen konnten immerhin 17 Jungkühe Versteigerungspreise von 2.000 € und mehr erzielen. Auffällig war, dass die Käufer nicht nur die Milchleistung hoch einschätzen, sondern auch für im Exterieur sehr gute Jungkühe sehr ansprechende Preise zu zahlen bereit sind. Den Spitzenpreis erzielte eine Siwil-Tochter aus dem Zuchtbetrieb Moosegger GbR aus der Gemeinde Raubling. 2.300 € war sie Johann Oberhammer aus St. Lorenzen in Südtirol wert. Eine Milchleistung von 30 kg Milch und eine Melkbarkeit von 2,3 kg pro Minute konnte diese formschöne Kuh als Leistungsdaten aufweisen. Im Preisniveau zwischen 1.800 und 1.950 € konnten 34 Jungkühe verkauft werden. Es wechselten aber auch 17 Jungkühe unter 1.300 € den Besitzer. Der Verkauf dieser Jungkühe am Zuchtviehmarkt bedeutet trotzdem eine höhere Wertschöpfung als sie mit 600 bis 800 € zur Schlachtung abzugeben. Diesen Verkauf nutzen auch renommierte Züchter.

Mit 44 Zuchttieren blieb ein gutes Viertel im heimischen Zuchtgebiet, mit 43 Zuchttieren verbleibt in etwa die gleiche Anzahl im restlichen Bayernland. Eine Kalbin, eine Kuh und acht Jungkühe kommen in anderen Bundesländern zum Einsatz. 55 Jungkühe gehen über Viehhandelsunternehmen in die Niederlande und nach Südtirol.

Der nächste Großviehmarkt in der Oberlandhalle findet bereits am 4. November statt.