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Tierschau

Zukunft Rind: Blüte holt ihren dritten Champion-Titel

Champion-Wicht-Büte-Zimmermann
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Christine Endres, Fleckvieh
am
05.02.2019

Bei der Tierschau "Zukunft Rind" im hessischen Alsfled, die nun zum zweiten Mal von Qnetics ausgerichtet wurde, war die Rasse Fleckvieh wieder stark vertreten.

RZFV-Zukunft-Rind-Wichtl-Blüte-Mahango-Zilly

Eine hochkarätige hessische Fleckviehkollektion aus insgesamt 28 Kühen gab es bei der diesjährigen Tierschau "Zukunft Rind" in Alsfeld zu sehen – und das obwohl Alsfeld selbst und ein großer Teil Hessens zum Restriktionsgebiet der Blauzungenkrankheit gehört. Beim Auftrieb wurde von allen Kühen eine Blutprobe genommen und und alle wurden mit einem Repellent behandelt – im Ring waren an diesem Tag dann nur Tiere zu sehen, die garantiert frei von Blauzunge waren.

Preisrichter Johann Ratzberger aus St. Peter in Österreich kürte die insgesamt sechs Gruppensiegerinnen, sowie zwei Klassensiegerinnnen und einen Champion der Zweinutzungsrassen. Zwei Züchter hatten dabei besonders viel Grund zum Jubeln: Andreas Mötzung aus Obernüst und Christian Zimmermann aus Oberzent. Der eine, Andreas Mötzung, sahnte bei den jungen Kühen richtig ab, der andere, Christian Zimmermann, war bei den alten Kühen nicht zu schlagen. Beide standen sich dann auch im großen Finale gegenüber, als sich Andreas Mötzung mit seiner typstarken Mahango-Tochter Zilly der überragenden Neuntkalbskuh Blüte (V: Wichtl) von Christian Zimmernann geschlagen geben musste. 

Doppelsieg für Mötzung bei den jungen Kühen

RZFV-Wallings-Ariane-Mötzung

In zwei Gruppen hat Ratzberger die zwölf aufgetriebenen Jungkühe gereiht und zweimal stand eine Kuh aus Mötzungs-Zucht ganz vorne. In der ersten Gruppe siegte die elegante und mit einem sehr drüßigem Euter ausgestattete Wallings-Tochter Ariane vor der Pandora-Tochter Ilona von Paul Wies aus Ober-Moos. Im Finale der jungen Kühe holte sich Ariane dann den Reservesiegertitel. Den zweiten Jungkuhsieg und später auch den Klassensieg der jungen Kühe sicherte sich Zilly, eine typstarke Mahango-Tochter. "Diese Kuh bewegt sich einfach wunderbar und überzeugt mit einem breiten und hoch sitzenden Euter", betonte der Preisrichter. Der zweite Rang in der zweiten Jungkuhgruppe ging an die Hubraum-Tochter Thahiti. Bei den Zweitkalbskühen standen zwei Helderberg-Töchter ganz vorne. Die sehr jugendliche und euterstarke Anja von Jochen Günther aus Tann reihte sich hier knapp vor Zilla ein – eine Kuh, die ebenfalls aus dem Stall Mötzung kommt.

Wichtl-Töchter überzeugen bei den alten Kühen

RZFV-Manton-Estella-HabermehlGbR

In der ersten Gruppe der Kühe mit drei und mehr Kalbungen stand ein bekanntes Tier ganz vorne, die Manton-Tochter Estella von der Habermehl GbR aus Allmenrod. Die typvolle und euterstarke Reservesiegerin jung aus dem vergangenen Jahr konnte auch heuer wieder voll überezugen und sich gegen die Gruppenzweite, die Zaspin-Tochter Harpune von der Seifert GbR aus Airlenbach durchsetzen. In der zweiten und dritten Gruppe der alten Kühe konnten sich zwei Halbschwestern aus dem Betrieb Zimmermann durchsetzen. Die euterstarke und äußerst jugendlich wirkende Wichtl-Tochter Liebe platzierte sich vor der Dryland-Tochter Ariane von Paul Wies auf den ersten Platz und die bekannte Wichtl-Tochter Blüte siegte bei den ältensten Kühen klar vor der Hupsol-Tochter Sauer von der Betriebsgemeinschaft Schäfer aus Airlenbach. Blüte holte sich anschließend den Klassensieg der alten Kühe vor der Mantont-Tochter Estella, wurde Eutersiegerin alt und holte schließlich den Champion-Titel der Zweinutzungsrassen. Ratzberger lobte: "Diese Kuh zeigt keinerlei Verbrauchserscheinungen, bewegt sich auf einem super Fundament und hat ein gut aufgehängtes Euter."

Walllings Töchter trumpfen auf

RZFV-Nachtzucht-Wallings-ZukunftRind

Bei der anschließenden Nachzuchtpräsentation waren insgesamt vier Töchtergruppen zu sehen, eine davon vom Fleckviehvererber Wallings. Sieben Töchter dieses Washington-Sohnes wurden im Ring präsentiert. Gezüchtet wurde er von Andreas Mötzung aus Obernüst, seine Mutter ist eine siebenkälberige Imposium-Tochter (7/7  9347  4,89  3,74), die noch im Bestand zu finden ist. Unter diesen sieben Kühen gezeigten Kühen war auch Ariane, die Reservesiegerin jung, die Ratzberger auch zur Siegerkuh der Nachzuchtgruppe machte. Insgesamt gibt es von Wallings in Hessen derzeit 28 Töchter in Milch, bei der Zuchtwertschätzung im April soll er erstmals als nachkommengeprüfter Stier gelistet werden. Akutell liegt Wallings bei GZW 110, MW 121 und 105-87-112-119 im Exterieur. In die Zuchtwertschätzung im Dezember 2018 gingen acht Töchter aus sechs Betrieben ein, zudem lag von drei Töchtern eine Exterieurbeurteilung vor.

Interessante Fleckvieh-Genetik unterm Hammer

Hendorf-Ebony-Zukunft-Rind

Traditionell wird die "Zukunft Rind"-Schau mit einer Eliteauktion abgerundet, zwei Vertreterinnen der Rasse Fleckvieh kamen diesmal unter den Hammer. Eine Jungkuh (Mint x Polari) aus dem Betrieb Grein in Holzburg mit gGZW 121 und gMW 113 wurde für 2.000 Euro verkauft, sie ist aus der Kuhfamilie des genomischen Jungvererbers Mori und zudem A2/A2-typisiert. Für 3.600 Euro wechselte das ebenfalls A2/A2-typisierte Hendorf-Rind Ebony (MV: Everest) aus der bekannten E-Kuhfamilie von Frank Hofmann aus Gersfeld den Besitzer. Ebonys Mutter Edina hat bereits zahlreiche Nachkommen in Hessen und Bayern, außerdem brachte sie den Stier Maienstein Pp* hervor, der bei Qnetics steht.

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