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Tiergesundheit

Blauzungenkrankeit: Weitere Restriktionszonen in Bayern

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Christine Endres, Fleckvieh
am
25.02.2019

Die Blauzungenkrankheit breitet sich weiter aus, ein weiterer Fall in Baden-Württemberg führt auch zu einer Ausbreitung der Restriktionszone in Bayern. Der Handel von Tieren aus diesen Zonen in freie Gebiete ist nur unter bestimmten Vorraussetzungen möglich.

Durch einen neuen Ausbruch der Blauzungenkrankheit am 20. Februar im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis müssen auch die Restriktionszonen in Bayern weiter ausgedehnt werden. Die Zahl der bestätigten Fälle von Blauzungenkrankheit wächst damit auf 39 an (Stand: 21.2., Quelle: FLI). In Bayern gibt es nun in fast allen Regierungsbezirken Restriktionszonen, verschont bleibt bisher nur Niederbayern.

Diese Landkreise und Städte gehören nun neu zum Restriktionsgebiet:

  • Unterfranken: Landkreise Bad Kissingen, Schweinfurt, Kitzingen sowie Teile des Landkreises Haßberge und die Stadt Schweinfurt.
  • Oberfranken: Teile der Landkreise Forchheim und Bamberg.
  • Oberbayern: Landkreise Neuburg-Schrobenhausen, Ingolstadt, Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg am Lech sowie Teile der Landkreise Eichstätt und Pfaffenhofen an der Ilm.
  • Schwaben: Landkreise Dillingen an der Donau, Donau-Ries, Günzburg, Augsburg, Aichach-Friedberg sowie Teile des Landkreises Ostallgäu und die Städte Augsburg und Kaufbeuren.
  • Mittelfranken: Landkreise Ansbach, Neustadt/Aisch, Roth, Weißenburg-Gunzenhausen, Fürth, Erlangen-Höchstadt sowie Teile des Landkreises Nürnberger Land und die Städte Erlangen, Nürnberg, Fürth, Schwabach und Ansbach.
  • Oberpfalz: Teile des Landkreises Neumarkt in der Oberpfalz.

Alle bisherigen Restriktionszonen sowie die einzelnen betroffenen Gemeinden sind auf der Homepage der LGL aufgelistet.

Die bisherigen Fälle und Restriktionsgebiete

Restriktionszonen gibt es in Bayern bereits seit Mitte Januar. Aufgrund von Fällen in den Landkreisen Waldshut (Baden-Württemberg) und Bad-Kreuznach (Rheinland-Pfalz) wurden die unterfränkischen Landkreise Main-Spessart, Miltenberg und Aschaffenburg sowie die Kreisfreienstadt Aschaffenburg zum Restriktionsgebiet. Ein Fall im baden-württembergischen Landkreis Waldshut, ebenfalls Mitte Januar, führte zu Restriktionszonen in den schwäbischen Städten Memmingen und Kempten sowie in den Landkreisen Lindau, Oberallägu und Neu-Ulm sowie in Teilen des Landkreises Unterlallgäu.

Am 1. Februar wurde ein weiterer Fall von Blauzungenkrankheit in einem Betrieb im baden-württembergischen Herrenalb (Lkr. Calw) festgestellt, der Restriktionszonen in Bayern zur Folge hatte. In Unterfranken hat sich die Restriktionszone dabei auf die Stadt und den Landkreis Würzburg ausgeweitet, in Mittelfranken auf Teile der Landkreise Ansbach und Neustadt/Aisch sowie in Schwaben auf den Landkreis Günzburg und Teile der Landkreise Dillingen an der Donau und Donau-Ries.

Seit 2012 galt Deutschland offiziell als frei von der Blauzungenkrankheit, bis im Dezember vergangenen Jahres ein Fall in Baden-Württemberg bekannt wurde. Das Bundesland Baden-Württemberg ist mittlerweile komplett zur Restriktionszone erklärt worden, genauso wie Rheinland-Pfalz und das Saarland. Zudem sind Teile von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern betroffen.

So wirken sich Restriktionszone auf den Handel aus

Laut Tierseuchenrecht muss um Betriebe, die von der Blauzungenkrankheit betroffen sind, eine Restriktionszone von 150 Kilometern eingerichtet werden. Beim Handel mit Tieren aus der Restriktionszone kommt es zu Beschränkungen. Das Verbringen von Tieren aus Restriktionszonen in  Gebiete, die offiziell als frei von Blauzungenkrankheit anerkannt sind, ist nur unter bestimmten Vorraussetzungen möglich, beispielsweise bei bestehendem Impfschutz gegen die Blauzungenkrankheit. Die Impfung sowie die Nachimpfung 3 bis 4 Wochen später muss dazu in der HIT-Datenbank eingetragen sein. Bei Kälbern bis zu drei Monaten genügt eine passive Immunisierung über die Biestmilch, wenn die Mutter einen gültigen Impfstatus hat (Erstimpfung muss mindestens zwei Monate vor der Kalbung erfolgt sein). Eine entsprechende Tierhaltererklärung muss dann beim Transport mitgegeben werden.

Wenn ein Tier keinen Impfschutz hat, bleibt nur die Möglichkeit der Virus-Untersuchung und die gleichzeitige Repellent-Behanldung (Butox-Aufguss), damit es aus der Restriktionszone in freie Gebiete verbracht werden darf. Dazu sollten Landwirte etwa sieben Tage vor dem geplanten Transport einen Antrag zur Untersuchung über die HIT-Datenbank ausdrucken und sich mit ihrem Tierarzt in Verbindung setzen, der dann die Blutprobe entnimmt und das Aufgusspräperat verabreicht, zudem ist eine Tierhaltererklärung über die Verabreichung des Aufgusses erforderlich. Der Untersuchungsantrag muss dann zusammen mit der Blutprobe und der Tierhaltererklärung an das LGL geschickt werden.

Mehr Informationen für betroffene Betriebe sind auf Homepage der LGL zu finden. Auch die Zuchtverbände in den betroffenen Gebieten stellen auf ihren Internetseiten genaue Informationen und Vordrucke für Tierhaltererklärungen bereit. Hier die Links dazu:

Mit Material von Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Friedrich-Loeffler-Institut, LGL, RZV Franken, der AHG und Rinderunion Baden-Württemberg.
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