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Im Heft 4/2019

Titelreportage: Bestes Fleisch von der Weide

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am Freitag, 18.10.2019 - 08:32

Die Mutterkühe von Norbert Böhmer aus dem oberfränkischen Schrenkersberg verbringen die Sommermonate mit ihrem Nachwuchs auf der Weide. Das Fleisch vermarktet die Familie komplett selbst im eigenen Hofladen. Die Reportage zum Titelbild.

Von der Weide in die Theke

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Die Bio-Mutterkuhherde verbringt die meiste Zeit auf der Weide. "Die Tiere kommen im Frühjahr gleich nach dem letzten Schnee raus und bleiben dann so lange wie möglich auf der Weide, meist holen wir sie erst im November in den Stall", erklärt Norbert Böhmer. Am liebsten würde der Fleischrinderzüchter seine Tiere das ganze Jahr draußen lassen, doch dafür seien die Böden am Betrieb nicht geeignet. "Den Tieren geht es auf der Weide einfach besser, sie sind viel widerstandsfähiger und robuster", berichtet er.

Die knapp 100 Fleckviehtiere sind auf fünf Weiden aufgeteilt, die zwischen vier und acht Hektar groß sind und jeweils über eine eigene Wasserstelle verfügen. In zwei Herden läuft jeweils ein Zuchtbulle mit, der die Kühe deckt – künstliche Besamung gibt es am Betrieb nicht. Alle drei Jahre werden die Deckbullen getauscht.

Deckbullen müssen einiges mitbringen

"Die Bullen müssen genetisch hornlos sein, gute Zunahmen und eine hohe Fleischqualität vererben sowie beim Kören hoch eingestuft worden sein", beschreibt Böhmer. In der Exterieurbewertung, also bei Skelett, Bemuskelung und Form setzt er jeweils mindestens einen 8er voraus, zudem sollten sie einen RZF von mindestens 100 aufweisen. Böhmer braucht robuste Kühe, die mit dem Aufwuchs auf den kargen und oft von Trockenheit geplagten Weiden zurecht kommen. Wenn die Weiden zu sehr abgegrast sind, wird Heu und Silage zugefüttert.

Die Züchterfamilie setzt auf eine kontinuierliche Abkalbung, vor allem weil sie das Fleisch der Tiere ausschließlich direkt vermarktet. Alle zwei Wochen wird ein Rind geschlachtet, zur Weihnachtszeit auch öfter – die männlichen mit 250 bis 260 kg und zehn Monaten und die weiblichen mit rund 200 kg und zwölf bis 13 Monaten. Geschlachtet wird im rund 40 km entfernten Kulmbacher Schlachthof, dort hängen die Rinderhälften dann je nach Jahreszeit und Alter rund zehn bis 21 Tage ab.

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Die vollständige Reportage finden Sie im neuen Heft, S. 48/49.