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Einspeisevergütung

1. Biomasse-Ausschreibung: Geringes Interesse stützt den Preis

© Philipp Pohlmann/pixelio.de
von , am
22.09.2017

Die 1. Ausschreibungsrunde für Biomasse ist beendet. Nur wenige Anlagenbetreiber zeigten Interesse und gaben ein Gebot ab. Das stützt den Preis: der mittlere Zuschlagswert liegt bei 14,16 ct/kWh.

Anfang vergangener Woche (KW 38) hat die Bundesnetzagentur (BNA) die Ergebnisse der 1. Ausschreibungsrunde der EEG-Einspeisevergütung für Biomasseanlagen bekannt gegeben. Demnach bekamen 24 Gebote mit einem Gebotsumfang von 27.551 Kilowatt einen Zuschlag. Insgesamt gingen 33 Gebote ein. Das Gebotsvolumen von 40.912 Kilowatt lag damit deutlich unter dem Ausschreibungsvolumen von 122.446 Kilowatt.

Die Ergebnisse zeigen, dass Betreiber von Biomasse-Anlagen derzeit wenig Interesse am Ausschreibungsverfahren haben. Das stützt jedoch den Preis: der mittlere Zuschlagswert für Bestandsanlagen beträgt 14,16 ct/kWh.

Nur vier Zuschläge für Neuanlagen

„Von den Geboten, die einen Zuschlag erhalten haben, entfielen 20 auf Bestandsanlagen“, berichtet die BNA. Eine Besonderheit des Verfahrens war, dass auch bereits in Betrieb genommene Anlagen an der Ausschreibung teilnehmen konnten, wenn ihre restliche Förderdauer nach dem EEG weniger als acht Jahre beträgt.

Auffällig sei die geringe Beteiligung von Neuanlagen gewesen, von denen nur vier Anlagen einen Zuschlag erhalten haben. Der Höchstwert für Neuanlagen in der Biomasseausschreibung lag sehr deutlich über den Höchstwerten der zuletzt durchgeführten Ausschreibungen von Solar- und Wind an Land Anlagen.

Zuschlagswerte für die verschiedenen Anlagentypen:

  • Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert aller Gebote liegt bei 14,30 ct/kWh.
  • Für Neuanlagen ergibt sich ein mittlerer Zuschlagswert von 14,81 ct/kWh.
  • Bestandsanlagen haben im Mittel einen Zuschlagswert von 14,16 ct/kWh erhalten.

Die meisten bezuschlagten Projekte erhalten damit die maximal gesetzlich zulässige Förderung, meldet die BNA.

Die nächste Ausschreibungsrunde für Biomasse findet im September 2018 statt. Das in dieser Runde nicht genutzte Ausschreibungsvolumen soll auf das Volumen im nächsten Jahr aufgeschlagen werden.

Biomasse-Branche zeigt Verständnis für geringe Beteiligung

Die Energiebranche zeigt sich wenig überrascht über das geringe Interesse an der Ausschreibung. In einer gemeinsamen Pressemitteilung erklären der Bundesverband Bioenergie e.V. (BBE), Deutscher Bauernverband e.V. (DBV), Fachverband Biogas e.V. (FvB) und Fachverband Holzenergie (FVH):


„Wie erwartet lag die Menge der bezuschlagten Gebote mit rund 28 Megawatt (MW) unterhalb der ausgeschrieben Menge von rund 122 MW installierter Leistung. Dies geht zum einen auf die relativ niedrigen Gebotshöchstwerte, insbesondere für Neuanlagen, zurück. Zum anderen ist es unter den jetzigen Rahmenbedingungen für Bestandsanlagen, deren Vergütungszeitraum erst Ende 2021 oder später endet, unattraktiv, sich bereits früher an einer Ausschreibung zu beteiligen. Denn solche Anlagen würden im Falle einer Inbetriebnahme nach Ausschreibungszuschlag auf einen Teil ihrer bisherigen und in aller Regel höheren EEG-Vergütung verzichten. Auch besteht noch eine gewisse Zurückhaltung in der Branche gegenüber dem Instrument der Ausschreibungen.“

Energieverbände fordern Korrekturfaktoren für künftige EEG-Ausschreibung

Aus Sicht der Energieverbände besteht erheblicher Korrekturbedarf beim Ausschreibungsdesign. Sie kritisieren, dass das bisher angewendete Verfahren, Zuschläge allein von der Höhe der Gebote abhängig zu machen, die standortangepassten kleineren und mittelständischen Anlagen der Land- und Forstwirtschaft benachteilige. Die Bioenergieverbände fordern mittels  „Korrekturfaktoren“ einen fairen Wettbewerb zwischen verschiedenen Akteuren, Anlagenkonzepten und Technologien herzustellen.

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