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Fachverband Biogas: Öko-Landbau hat viel Biogas-Potenzial

© Ulrich Antas
von , am
15.09.2017

Öko-Landwirte gehörten einst zu den Pionieren der Biogasbranche. Heute sind sie dort unterrepräsentiert. Der Fachverband Biogas sieht noch viel Potenzial für sie.

„Biogas im Ökolandbau kann auf Gemischtbetrieben ebenso wie auf spezialisierten Bauernhöfen produziert werden. Denn bei weitem nicht alle Biobauern betreiben heute sowohl Ackerbau als auch Tierhaltung. Vielmehr kann z.B. auf viehlosen oder Schweine haltenden Ökobetrieben das zur Düngung und Bodenverbesserung kultivierte Kleegras vom Acker sinnvoll in Biogasanlagen zum Einsatz kommen“, meint der Fachverband Biogas.

Die Biogasanlage übernehme auf solchen Bauernhöfen die Rolle, die auf klassischen Bauernhöfen die Kühe als Verwerter des Grases spielen. Zudem liefere die Biogasanlage klimafreundliche Energie, durch das von ihr erzeugte Methan, das direkt im Gasnetz oder zur Verstromung genutzt werde. Auf Öko-Milchviehbetrieben könne die Gülle zu Biogas verarbeitet werden. Weil allerdings mehr Mist und weniger Gülle als auf konventionellen Höfen anfalle, bestehe auf Biohöfen z.T. ein höherer verfahrenstechnischer Aufwand.

Ökolandbau in der Biogasbranche unterrepräsentiert

Findige Biobauern gehörten zu den Pionieren der Biogasbranche. Das Streben nach Unabhängigkeit von fossilen Energien war Antriebskraft für sie. Heute sei der Ökolandbau in der Biogasbranche allerdings unterrepräsentiert. Bundesweit gibe es im Ökolandbau schätzungsweise etwa 180 Biogasanlagen. Damit stehen rund 2 % der Vergärer auf Biohöfen.

Der Anteil des Ökolandbaus an der deutschen Landwirtschaft liege je nach Branche zum Teil deutlich höher. So seien rund 9 % aller landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland auf Ökolandbau umgestellt. Im Ackerbau sei der Ökoanteil mit rund 4 % unterdurchschnittlich. „In der konventionellen Landwirtschaft wie auch im Ökolandbau besteht noch viel Potenzial zur verstärkten Nutzung von Biogas. Nicht zuletzt für Substrate wie das für den Biolandbau wichtige Kleegras benötigen wir faire Förderbedingungen“, fordert da Costa Gomez.

Potenzial von Öko-Biogas wird durch Wirtschaftlichkeit begrenzt

Im deutschen Ökolandbau bestehe laut einer Studie von Universität Kassel, Ecofys und FiBL ein theoretisches Biogas-Potenzial für eine installierte elektrische Leistung von 500 Megawatt (MW). Gemindert werde dieses Potenzial allerdings durch Fragen der Wirtschaftlichkeit und Verfügbarkeit. Das derzeit realistisch mobilisierbare Potenzial werde von den Experten daher bei 150 MWel gesehen. Hinzu komme die Wärmenutzung.

Biogas-Experte Florian Gerlach, einer der Co-Autoren der Studie erklärt: „Das mobilisierbare Potenzial für Biogas im Ökolandbau ist derzeit bei einer Jahresproduktion von 1,1 Milliarden Kilowattstunden Strom sowie 420 Millionen kWh Wärme anzusetzen. Allein mit dem so produzierten Strom könnten knapp 320.000 Familien-Haushalte versorgt werden.“ Für die Studie wurden nur Einsatzstoffe berücksichtigt, für die keine oder nur geringe Nahrungs- und Futtermittelkonkurrenzen angenommen werden. So setze sich das geschätzte Gesamtpotenzial laut der Studie zu knapp zwei Dritteln aus pflanzlichen Reststoffen aus der Landwirtschaft zusammen.

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