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Fachinformation des Biogas Forums Bayern

Welche Biogas-Entschwefelungstechnik passt zum eigenen Betrieb?

Biogasspeicher, Biogasanlage, Biomethananlage
© Ökobit GmbH
von , am
08.09.2017

Um entscheiden zu können, welche Biogas-Entschwefelungstechnik am besten zum eigenen Betrieb passt, muss man wissen, was es alles gibt.

Die Entschwefelung von Biogas ist nicht nur wichtig für den Schutz des Motors und des Abgaskatalysators, um die Emissionsgrenzwerte sicher einhalten zu können, sondern hat auch Auswirkungen auf die Ertrags- und Gewinnsituation der gesamten Anlage.

Das Biogas Forum Bayern hat deshalb eine Fachinformation veröffentlicht, die einen Überblick über marktübliche Technologien der Entschwefelung von Biogas in landwirtschaftlichen Anlagen liefert und Hilfestellung zur Auswahl des im Einzelfall geeigneten Verfahrens bietet.

Sicherheitsanforderungen entscheiden über Entschwefelungstechnik

Das gewählte Entschwefelungsverfahren habe Auswirkungen auf den Methanbildungsprozess, die Standzeit des Fermenterbauwerkes und der Einbauten, den Wirkungsgrad des Blockheizkraftwerkes (BHKW), die Betriebskosten, die Betriebssicherheit, den Vermögensschutz und die Anlagenbetriebseigenschaften, heißt es in der Fachinformation.

Für die Auswahl eines geeigneten Entschwefelungsverfahrens haben die Substrate, die Zielwerte der Entschwefelung und die Betriebssicherheitsanforderungen entscheidende Bedeutung.

Falsches Entschwefelungsverfahren kann zu Betriebsausfällen führen

Die Effizienz und Nachhaltigkeit der marktüblichen Entschwefelungsverfahren für landwirt-schaftliche Biogasanlagen lasse sich nicht anhand des Preisanteils an der Gesamtinvestition einer Anlage festmachen. In vielen Fällen sei eine nicht vorhandene, falsch ausgewählte oder unzureichend abgestimmte Entschwefelung verantwortlich oder mitverantwortlich für vorzeitige Betriebsausfälle oder Reparaturaufwendungen an den BHKW, für erhöhten Ölverbrauch, verstärkte biogene Korrosion an Fermenterbauwerken und Anlagenteilen oder nicht eigehaltene Emissionswerte.

Eingangssubstrat beeinflusst das Entschwefelungsprozess

Bei der Auswahl eines geeigneten Entschwefelungsverfahrens sollten besonders die einge-setzten Mengen und Schwefelgehalte der Ausgangssubstrate sowie die Anforderungen der BHKW-Hersteller für die Reingaswerte und die Einhaltung von Emissionswerten beachtet werden. Um eine nachhaltige Wirkung zu erhalten, seien auch Verfahrenskombinationen sinnvoll.

Vorteil interne Entschwefelung: geringe Investitionskosten

Vorteilhaft bei der internen Entschwefelung seien die geringen Investitionskosten. Jedoch fin-den zwei gegenläufige Prozesse in einem Reaktionsraum statt, so dass der Methanisie-rungsprozess behindert werden könne. Hinzu komme das erhöhte Risiko der Korrosion an Behältern und Einbauteilen.

Beim Einsatz von Fällungsmitteln würden dem Gärprozess zusätzliche Stoffe (z.B. Eisen-chlorid) zugeführt, die für die Methanisierung nicht erforderlich seien. Diese Stoffe könnten den Gärprozess beeinflussen und bei der Analyse von Störungen zusätzliche Fragen aufwerfen.

Vorteil externe Entschwefelung: zielgenaue Regelung

Ein externes Entschwefelungsverfahren könne zielgenau geregelt werden, da hier die anaerobe Vergärung und die aerobe Entschwefelung räumlich und anlagentechnisch voneinander getrennt seien.

 

Die Fachinformation kann auf der Seite des Biogas Forums Bayern heruntergeladen werden…

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