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Protest in Niedersachsen

Traktor-Demo gegen SüdLink-Stromtrasse

Trecker mit leuchtenden Scheinwerfern stehen quer über eine Grünlandfläche
Trecker mit leuchtenden Scheinwerfern stehen quer über eine Grünlandfläche © Sabine Hildebrandt
von , am
22.05.2017

In Niedersachsen demonstrierten vergangenen Montag hunderte Landwirte mit ihren Traktoren gegen die geplante SüdLink-Stromtrasse.

Der niedersächsische Bauernverband Landvolk Niedersachsen hatte vergangenen Montag zu einer Protestaktion gegen die geplante SüdLink-Stromtrasse aufgerufen und mehrere hundert Landwirte waren diesem Aufruf gefolgt.

Mit Einbruch der Dunkelheit reihte sich in Wiedingen (Heidekreis) parallel zur B 71 auf 700 Metern Trecker an Trecker. Sie bildeten mit ihren Scheinwerfern eine PS-starke Lichterkette. Dort, direkt vor dem Menkenhof, könnte die Südlink-Stromtrasse verlaufen, berichtet das Landvolk in einer Pressemitteilung. "Bei der ganzen Planung hat man uns Landwirte vergessen", sagte Jochen Oestmann, Vorsitzender des Landvolks Lüneburger Heide.

Landvolk legt Zehn-Punkte-Papier vor

Niedersachsens Landwirte wollten bei dem durch die Energiewende verursachten Netzausbau nicht ins Hintertreffen geraten. Die SüdLink Arbeitsgemeinschaft im Landvolk Niedersachsen habe in einem Zehn-Punkte-Papier die Forderungen zusammengefasst, die aus Verbandssicht beim Netzausbau zu berücksichtigen seien. Dazu zähle die Anpassung wiederkehrender Entschädigungszahlungen.

"Wir bekommen eine Technik von übermorgen und sollen dafür Entschädigungsleistungen von vorgestern erhalten. Das passt nicht zusammen", betonte Landvolkvize Jörn Ehlers. Er sprach vor 30 Berufskollegen in Sothel (Rotenburg), die dort die 30 Meter umfassende Trassenbreite mit ihren Treckern nachgestellt hatten.

Landwirte fürchten nachhaltige Schäden durch SüdLink

Die geplante Leitung durchschneide das Verbandsgebiet  Rotenburg auf einer Länge von zwölf Kilometern. "Von den Gasleitungen bei uns wissen wir bereits, was eine Bodenschädigung auslöst. Das ist ein jahrzehntelanger Eingriff in die Struktur", stellte Landwirt Hilmer Vajen fest. Das Landvolk setze sich für das Prinzip der Schadensvermeidung durch eine unabhängige bodenkundliche Überwachung ein.

Landwirt Hartmut Hasberg, der 25 Hektar im Trassenkorridor hat, befürchte nachhaltige Schäden, die sich auch auf die Beregnung und Drainage auswirken könnten: "Wie wird das Land nach der Bauphase wieder hergerichtet und ist es danach uneingeschränkt ackerbaulich zu nutzen?" Sein Berufskollege Carsten Fricke rechne damit, dass etwa 20 Hektar seiner Flächen betroffen seien. "Können wir bei Kartoffeln, Zwiebeln und Möhren die Qualität halten, die unsere Kunden verlangen?", frage er sich.

"Wir betreten mit den SüdLink-Planungen Neuland, das Misstrauen der betroffenen Flächeneigentümer ist daher zu Recht hoch", schildere Dr. Holger Hennies die Stimmung. Der Vorsitzende im Kreisverband Hannover erwarte von den Netzbetreibern ein offenes Gesprächsklima und Verständnis für die Forderungen der Landwirte.  

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